Verlage A-K

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    [Rezension] Himmel ohne Ende – Julia Engelmann

    Du bist nicht allein – eine Geschichte über Einsamkeit, Eifersucht und das Überwinden der eigenen Grenzen.

    Klappentext: Charlie ist fünfzehn und vermisst ihren Vater, besonders seit ihre Mutter wieder einen Mann hat. Und als ob das nicht genug wäre, hat ihre beste Freundin gerade den Jungen geküsst, in den Charlie verknallt ist. Seitdem hat es den Anschein, als befinde sich zwischen ihr und der Welt eine Glasscheibe. Und dann kommt Pommes,…

  • LITL752 [Podcast] Veit Etzold – ‚Final Control‘: Zwischen totaler Kontrolle und totalem Chaos – Ein Thriller über Macht, Manipulation und moralische Abgründe

    In dieser Episode widme ich mich der Rezension von „Final Control“, einem fesselnden Thriller von Veit Etzold. Der Klappentext wirft die brisante Frage auf: Was wäre, wenn wir nur noch zwischen totaler Kontrolle und totalem Chaos wählen könnten? Etzold, ein Bestseller-Autor, entführt uns in die düstere Welt der digitalen Überwachung, wo wir den internationalen Kampf um Freiheit und Sicherheit hautnah miterleben.

    Im Mittelpunkt der Geschichte steht Tom, ein Unternehmer, der dringend einen Investor benötigt. Der charismatische Milliardär Dairon Arakis scheint die Lösung zu bieten, doch als Tom sich in seiner Abhängigkeit von Arakis verliert, erkennt er die dunklen Machenschaften hinter dem wohlwollenden Angebot. Durch die Manipulation eines Hedgefonds und die Ausbeutung italienischer Banken bringt Arakis Europa an den Rand des Bürgerkriegs. Die Regierungen stehen vor einer grausamen Wahl zwischen der angebotenen chinesischen Sicherheitstechnologie und dem drohenden Chaos.

    Ich teile meine persönlichen Eindrücke über Etzolds Schreibstil und seine besondere Fähigkeit, komplexe Themen anzugehen. Bei „Final Control“ erlebe ich den Autor von einer neuen, weniger brutal dreinblickenden Seite. Die Figur des Tom Bayne, die eine innovative Medizin-App entwickelt hat, bringt frischen Wind in die Handlung. Es ist faszinierend zu beobachten, wie Toms anfängliche Zweifel an Arakis mehr und mehr in Verstrickungen und moralische Dilemmata übergehen.

    Parallel dazu wird die perfide Strategie von Arakis und der chinesischen Regierung entblättert, die darauf abzielt, die EU durch eine inszenierte Bankenkrise zu destabilisieren. Etzold gelingt es meisterhaft, Spannungen aufzubauen, und ich fühle mich durch die realitätsnahen Szenarien ständig an die Fragilität unserer eigenen Welt erinnert.

    Der Autor beleuchtet die Methoden Chinas, wie sie ihre Kontrolle und Überwachung ausbauen, und dies führt zu wichtigen Denkanstößen über unsere eigenen Abhängigkeiten. Das Buch zeigt, dass wir aus den jüngsten Erfahrungen – beispielsweise während der Corona-Pandemie – lernen sollten, wie fragil unser Selbstverständnis von Sicherheit und Unabhängigkeit wirklich ist.

    Zusammenfassend ist „Final Control“ nicht nur spannend, sondern regt auch zum Nachdenken an. Es bietet einen tiefen Einblick in wirtschaftliche und gesellschaftliche Abhängigkeiten und ist damit ein absolutes Must-Read für alle, die sich für die Herausforderungen der digitalen Zukunft interessieren. Leser ab 16 Jahren werden in die packende Welt von Veit Etzold entführt, die im Droemer Knaur Verlag erschienen ist und sich für 10,99 Euro in jeder gut sortierten Buchhandlung erwerben lässt.

  • LITL751 [Podcast] Kriminalgeschichte als Zeitreise: Ein Podcast über Michael Jensens ‚Bluthunde‘

    Im Interview spricht Markus Eggert mit Michael Jensen über dessen jüngst veröffentlichtes Buch „Bluthunde“, den fünften Teil der Syndikat-Reihe, die sich mit den Brüdern Sass beschäftigt. Eggert äußert sein Erstaunen darüber, dass er die Vorgängerbände unwissentlich verpasst hat, und fragt Jensen, wie es sei, über eine solch komplexe und vielschichtige Reihe zu schreiben. Jensen erklärt, dass die Idee zur Serie vor vielen Jahren entstand und sich über die Jahre entwickelt hat. Ursprünglich war die Suche nach urbanen Mythen in Deutschland der Ausgangspunkt, was ihm besonders an den Brüdern Sass, einem Gaunerpaar der 20er Jahre in Berlin, zu gefallen schien.

    Jensen reflektiert über die besondere Attraktivität der Weimarer Republik für seine Geschichten. Sein Interesse an dieser Epoche, die er als eine großartige Chance für Deutschland betrachtet, regt ihn dazu an, die Parallelen zwischen der damaligen Zeit und der modernen Gesellschaft zu untersuchen. Jensen betont die Wichtigkeit, aus der Geschichte zu lernen, und verknüpft sein literarisches Werk mit historischen Fakten. Insbesondere die Figuren, die er in seinen Romanen präsentiert, haben oft reale historische Vorbilder oder sind in einem historisch korrekten Rahmen gestaltet, was die Fiktion und die Realität ineinander verweben lässt.

    Im Gespräch wird auch die Rolle von Kriminalgeschichte als Bildungsmedium erörtert. Jensen sieht seine Bücher als Möglichkeit, den Leser in eine andere Zeit zu entführen, während er gleichzeitig historische Leistungen und Fehler aufzeigt. Diese Verbindung von Fiktion und Historie soll beim Leser ein Bewusstsein für wichtige Ereignisse und deren Hintergründe schaffen. Jensen betrachtet seine Figuren als Vehikel, durch die er die komplexe Beziehung zwischen Vergangenheit und Gegenwart beleuchten kann.

    Besonders interessant ist Jensen’s Umgang mit historischen Persönlichkeiten, wie zum Beispiel Joseph Goebbels. Er versucht, Goebbels nicht als reine Schurke darzustellen, sondern weicht von der Dämonisierung ab und stellt ihn als Mensch mit Schwächen dar, um den historischen Kontext und die damalige politische Dynamik besser zu verstehen. Dieses Szenarien zeigt, wie Gewalt und Machtmissbrauch in der Vergangenheit Menschen geprägt haben und wie dies Parallelen zur Gegenwart aufweist.

    Ein zentrales Thema des Interviews ist auch die Verknüpfung zwischen Kriminalität und politischer Macht. Jensen bringt die Ringvereine der Weimarer Republik ins Gespräch, erklärt deren Entwicklung und macht einen Vergleich zu modernen mafiösen Strukturen. Die Diskussion über Korruption und Machtstrukturen führt zu dem ernsten Thema der politischen Verantwortung in der heutigen Zeit. Er hebt hervor, dass es Parallelen zur Radikalisierung gibt und ermutigt dazu, aus der Geschichte zu lernen, um die Demokratie zu schützen.

    Am Ende des Gesprächs geht es um Jensens Motivation und die Herausforderungen, vor denen die Literatur steht, insbesondere in Bezug auf die Erwartungen der Verlage und des Publikums. Jensen spricht die Bedeutung kleiner Buchhandlungen und die Verantwortung der Kraft der Leser an, sich für die Literatur einzusetzen, die Werte und Geschichte transportiert. Er ruft dazu auf, sich emphatisch und respektvoll gegenüber anderen zu verhalten und betont die Notwendigkeit, sich der positiven Aspekte des Lebens bewusst zu werden – eine Botschaft, die in Zeiten von Konflikten und Unsicherheit besonders relevant erscheint.

  • LITL750 [Podcast] Wie die Vergangenheit uns prägt: Eine Reise durch Marina Frenks „Ewig her und gar nicht wahr“

    n dieser Episode widme ich mich der tiefgründigen Rezension von „Ewig her und gar nicht wahr“, einem bemerkenswerten Debüt von Marina Frenk. Ich betrachte eingehend die vielschichtige Erzählung, die sich um die junge Künstlerin Kira und ihre innere Auseinandersetzung mit ihrer Familiengeschichte dreht. Die Geschichte beleuchtet Kiras Aufbrüche aus ihrer zynischen, distanzierten Sichtweise und die Herausforderungen, die sie im Laufe ihrer künstlerischen und emotionalen Reise bewältigen muss.

    Kira lebt mit Marc und ihrem Sohn Karl in Berlin und gibt Malkurse für Kinder, wobei sie selbst in einer Phase der kreativen Dürre gefangen ist. Ihre Beziehung zu Marc bleibt sprach- und berührungslos, was die Atmosphäre der inneren Einsamkeit und Zweifel in Kiras Leben verstärkt. Durch die Erzählungen ihrer Vorfahren, die sie größtenteils nur von Fotos kennt, kreiert die Autorin einen lebendigen Kontext von Identität und Herkunft. Besonders spannend finde ich die Erkundungen, die Kira in New York, Israel und Moldawien unternimmt, um die Vergangenheit ihrer Familie zu verstehen und in ihren großformatigen Bildern zu verarbeiten.

    Die Sprache, die Marina Frenk nutzt, ist frisch und bilderreich, wodurch ich beim Lesen oft stark emotional berührt wurde. Es sind vor allem Kiras Tagträume, die herausfordernd sind, da sie in eine tiefe psychische und emotionale Welt eintauchen, die für Menschen mit ähnlichen Erfahrungen, wie mir selbst, sowohl herausfordernd als auch identitätsstiftend sind. Die Interpretation der komplexen Beziehung zwischen Kira und ihrer besten Freundin Nele, sowie die eindrücklichen Charaktere aus der Kunstszene, bringen eine erfrischende Würze in die komplexe Handlung.

    Besonders faszinierend ist, wie die verschiedenen Zeiten und Orte im Buch geschickt miteinander verwoben werden und somit ein Kaleidoskop an Emotionen und Erinnerungen schaffen. Der historische Kontext von Moldawien, einschließlich der Fluchtgeschichte, wird eindrucksvoll eingefangen, was das Lesen zu einem sowohl lehrreichen als auch bewegenden Erlebnis macht. Diese verschiedenen Schichten der Geschichte führen dazu, dass ich mit Kira und Nele in Berlin mitlebe, während ich gleichzeitig die Tragik und die Schönheit ihrer Lebenserfahrungen nachempfinde.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „Ewig her und gar nicht wahr“ ein Buch ist, das nicht nur aufgrund seiner tiefen Themen und emotionalen Tiefe heraussticht, sondern auch als eine zeitgenössische Betrachtung von Familie, Herkunft und der Liebe. Es ist ein Werk, das viel Raum für Reflexion lässt und sicher noch lange in meinen Gedanken nachwirken wird. Diese Rezension ist meine persönliche Einsicht in das Buch, und ich wünsche jedem Leser viel Freude beim Eintauchen in diese berührende Geschichte.