Interviews

Podcast Interview

Interviews auf Literaturlounge.eu bieten eine tiefere Verbindung zwischen Lesern und Autoren. Sie ermöglichen es den Lesern, die Menschen hinter den Büchern kennenzulernen, und bieten den Autoren eine Plattform, um ihre Geschichten und Erfahrungen zu teilen. Diese Interviews sind eine großartige Möglichkeit, die literarische Gemeinschaft zu stärken und zu inspirieren.

  • LITL830 [Buchrezension] „Böse Jungs“ von Aaron Blabey: Vier Bösewichte wollen Helden sein

    In dieser Folge sprechen wir über den ersten Band der Kindercomicreihe „Böse Jungs“ von Aaron Blabey, der nun auch in Farbe erhältlich ist. Mr. Wolf, Mr. Shark, Mr. Piranha und Mr. Snake haben den Ruf, gefährlich zu sein, möchten aber lieber als Helden gelten. Um das zu erreichen, beschließen sie, Gutes zu tun.

    Wir stellen die vier Figuren mit ihren Steckbriefen vor und sprechen über den Humor des Comics. Besonders die Szene, in der die Gruppe eine Katze vom Baum retten möchte, sorgt mit den Reaktionen der Figuren und den Zeichnungen für komische Momente. Die Bösewichte wirken dabei zunehmend liebenswert.

    Außerdem besprechen wir die Übersetzung von Lisa Engels, die das Wesen des Buches unserer Meinung nach gut einfängt. Ob die Geschichte in Farbe oder in Schwarz-Weiß erscheint, ändert für uns nichts an ihrem Unterhaltungswert. Wir freuen uns auf die weiteren Bände und empfehlen, das Buch gemeinsam mit Kindern zu lesen und sich eigene Geschichten zu den Bildern auszudenken.

    „Böse Jungs“ ist im Baumhaus Verlag erschienen und wird ab acht Jahren empfohlen.

  • LITL829 [Interview] „Wär nicht das Auge sonnenhaft?“ – Charles Hohmann über Ahnung, Erkenntnis und Epiphanien

    Charles Hohmann erläutert den Titel seines Buches „Wär nicht das Auge sonnenhaft?“ Er geht auf Goethes Formulierung zurück, die wiederum mit Plotins Philosophie verbunden ist: Menschen können demnach nur erkennen, wofür sie bereits eine innere Vorahnung haben. Der Untertitel der neuen Ausgabe, Epiphanien, verweist auf Momente, in denen eine solche Ahnung eintritt und das Verständnis der Figuren verändert.

    Im Gespräch geht es darum, wie persönliche Erfahrungen und Wissen die Lektüre prägen. Hohmann beschreibt zugleich ein wiederkehrendes Spannungsverhältnis in seinen Geschichten: Menschen versuchen, Ordnung herzustellen, während die Wirklichkeit in Bewegung bleibt und diese Ordnung wieder auflöst. Zu den Beispielen zählt eine Szene, in der Platon, Aristoteles und Kant mit Einstein und einem indischen Mönch diskutieren. Dabei treffen westliche Philosophie, moderne Physik und indische Denktraditionen aufeinander.

    Hohmann erzählt von seiner eigenen Verbindung zu Alexandria, wo er geboren wurde und aufwuchs. Die Stadt und ihre Geschichte prägen mehrere seiner Bücher. Im Gespräch sprechen beide über die antike Bibliothek von Alexandria, mittelalterliche Kopierräume und die besondere Ruhe von Lesesälen. Auch die sinnliche Erfahrung des gedruckten Buches wird dem Lesen am Bildschirm gegenübergestellt.

    Ein weiterer Schwerpunkt ist der Umgang mit künstlicher Intelligenz beim Schreiben und Recherchieren. Hohmann nutzt KI unter anderem für historische Informationen und Übersetzungen, betont aber die Bedeutung menschlicher Prüfung und Bearbeitung. Beide sprechen darüber, dass automatisiertes Schreiben die eigene Auseinandersetzung mit einem Buch nicht ersetzen soll.

    Das Interview behandelt außerdem Religion, Spiritualität und gemeinsame menschliche Konstanten. Hohmann vergleicht religiöse Vorstellungen und Visionserfahrungen und spricht über die Bedeutung von Empathie sowie darüber, historische Menschen im jeweiligen Kontext zu verstehen. Als Beispiel für eine mögliche Begegnung von Kulturen schildert er eine Geschichte um Plotin, der auf einer Reise mit buddhistischen Mönchen in Kontakt kommt.

    Zum Schluss sprechen sie über Begegnung und Literatur, Hohmanns Weg zum Self-Publishing sowie die Autorinnen und Autoren, die ihn geprägt haben, darunter Goethe, Rilke, Stefan Zweig und Hermann Hesse. Als besonders wichtige Geschichte seines Buches nennt er das abschließende Kapitel über Sprache: Sie eröffnet einen Zugang zur Wirklichkeit, kann sie aber zugleich verdecken.

  • LITL828 [Buchrezension] Gehen oder bleiben? Frank Goldammers „Feind des Volkes”

    Dresden, August 1961: Die Mauer steht kurz bevor, und Hauptmann Max Heller steht kurz vor der Pensionierung. Ausgerechnet jetzt versetzt ihn sein neuer Vorgesetzter in den Innendienst. Für Heller ist das eine Kränkung. Dann landet ein Paket mit Beweismaterial aus einem längst aufgeklärten Mordfall auf seinem Tisch, und sein Instinkt schlägt wieder an: Wurde damals…

  • LITL827 [Buchrezension] Quiet Girl – Debbie Tung über das Leben als Introvertierte

    Die Besprechung stellt die Graphic Novel „Quiet Girl“ von Debbie Tung vor. Im Mittelpunkt steht Debbie, die lieber Nachrichten schreibt als telefoniert, Partys meidet und einen ruhigen Tag mit Tee, Buch und Regenwetter bevorzugt. Das Buch beschreibt eine introvertierte Person, die sich fragt, ob mit ihr etwas nicht stimmt, sich aber zugleich mit sich selbst wohlfühlt.

    Die Rezensentin ordnet das Werk als einfühlsames Comicbuch über introvertiertes Leben in einer extrovertierten Welt ein. Sie betont, dass viele Leserinnen und Leser das Bedürfnis nach Ruhe, Alleinsein und einem „sozialen Akku“, der sich in der Einsamkeit wieder auflädt, gut kennen dürften. Das Buch zeige, dass dieses Empfinden normal sei.

    Als weiterer Schwerpunkt wird beschrieben, wie anstrengend es sein kann, sich im Alltag oder im Beruf den Erwartungen anderer anzupassen. Das Buch spreche auch das Gefühl an, sich zu verstellen, um der Norm zu entsprechen. Zugleich wird hervorgehoben, dass Freundschaft und Partnerschaft wichtig sind, solange beide Seiten einander Freiraum lassen.

    Zur Gestaltung sagt die Rezensentin, die Zeichnungen seien schlicht und schwarz-weiß, vermittelten aber dennoch die Gefühle gut. Auch Übersetzung, Druck und Papier werden positiv erwähnt. Besonders gefallen habe ihr die liebevolle Gestaltung sowie die Figuren Debbie und Jason.

    Abschließend nennt sie das Buch mit Erscheinungsjahr 2022 und einem Preis von 15 Euro. Sie empfiehlt, es in einer Buchhandlung anzusehen, wenn man sich mit den beschriebenen Gefühlen identifiziert oder eine introvertierte Person kennt.