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    [Rezension] Das Kalendermädchen – Sebastian Fitzek

    Eine Mutter kämpft um das Leben ihrer Tochter – und stößt auf ein dunkles Geheimnis

    Klappentext: Was, wenn der Tod deine einzige Chance ist, zu überleben? Sebastian Fitzeks neuer Psychothriller für die dunkle Jahreszeit … Vor elf Jahren wurde Alma als Baby unter mysteriösen Umständen zur Adoption freigegeben. In ihrer streng unter Verschluss gehaltenen Adoptionsakte steht der Vermerk: »Identität der Eltern darf unter keinen Umständen ans Licht kommen! Mutter droht…

  • LITL743 [Podcast] Zwei Schicksale, ein System – Ein Blick auf Frank Goldammers ‚Zwei fremde Leben‘

    In dieser Episode erkunden wir das faszinierende Buch „Zwei fremde Leben“ von Frank Goldammer, das uns in die komplexe und oft düstere Realität der DDR in den 1970er Jahren eintauchen lässt. Die Hauptfigur, Ricarda Raspe, wird zur Protagonistin einer schicksalhaften Geschichte, als sie in einer Dresdner Klinik ein Kind zur Welt bringt, das laut Befunden tot geboren wird. Ricarda kann und will jedoch nicht an den Tod ihres Kindes glauben und vermutet stattdessen eine staatlich angeordnete Kindesentführung, die sie in einen Strudel aus Unsicherheit und Gefahr stürzt.

    Wir folgen Ricardas verzweifelter Suche nach der Wahrheit, während sie gegen die vorherrschenden gesellschaftlichen Normen und die Macht der Stasi kämpft. Ihr Ehemann, der sich auf die Seite ihres Vaters und der offiziellen Version schlägt, steht ihr in dieser Dunkelheit oft im Weg. Der zufällig anwesende Polizist Thomas Rust wird ebenfalls zum Schlüsselspieler in dieser Geschichte, als er über die mysteriösen Vorkommnisse in der Nacht von Ricardas Geburt stolpert.

    Der Erzählstrang wechselt geschickt zwischen Ricardas Geschichte und der von Claudia Belling, einer jungen Frau, die 17 Jahre später nach ihrer eigenen Herkunft sucht und dabei auf die Schatten der Zwangsadoption stößt. Claudia ist die Tochter eines hochrangigen SED-Funktionärs und kämpft ebenfalls gegen das System, als sie versucht, der DDR zu entkommen. Ihre Flucht am Tag des Mauerfalls markiert einen Wendepunkt, der sowohl Hoffnung als auch Tragik in sich trägt.

    Das Buch beleuchtet nicht nur die persönlichen Schicksale der Figuren, sondern auch die Schattenseiten eines autoritären Regimes. Goldammer gelingt es, die erschreckende Macht der Stasi herauszuarbeiten und die emotionale Belastung, die Zwangsadoptionen für Mütter und Kinder bedeuten, eindringlich darzustellen. Ricarda wird immer mehr zum Einsiedler, gefangen in ihrer Suche nach Antworten und dem sehnlichen Wunsch, ihre erste Tochter zu finden, während sie gleichzeitig gegen die Wellen des Lebens und die Hindernisse, die ihr von der Gesellschaft in den Weg gelegt werden, ankämpfen muss.

    Abschließend kann ich sagen, dass „Zwei fremde Leben“ ein fesselnder Page-Turner ist, der sowohl auf emotionaler als auch auf geschichtlicher Ebene berührt. Frank Goldammer schafft es, die komplexe und oft schmerzhafte Geschichte der DDR so zu erzählen, dass sie für jeden Leser verständlich und nachvollziehbar bleibt. Es ist eine eindringliche Erinnerung daran, wie wichtig es ist, für unsere Demokratie und die Rechte von Müttern und Kindern zu kämpfen, um sicherzustellen, dass solche Gräueltaten nie wieder geschehen.

  • LITL742 [Podcast] „Ein gutes Mädchen“ – Wenn ein Anruf alles verändert: Emma Rowleys fesselnder Domestic-Noir-Thriller

    In dieser Episode rezensiere ich das fesselnde Buch „Ein gutes Mädchen“ von Emma Rowley, das den Leser in die düstere und raffinierte Welt des Domestic Noir einführt. Der Klappentext stellt die zentrale Frage: Was geschah mit Sophie Harlow? Zwei Jahre sind vergangen, seitdem die 16-jährige Sophie spurlos verschwunden ist und ihre Mutter, Kate Harlow, unermüdlich nach Antworten sucht. Die Polizei entließ den Fall schnell als Ausreißerin, basierend auf einer Notiz von Sophie, doch Kate kann sich einfach nicht vorstellen, dass ihre Tochter aus freiem Willen weggelaufen ist.

    Die emotionale Achterbahnfahrt beginnt, als Kate für eine Hotline für Ausreißer arbeitet und eines Nachts einen alarmierenden Anruf erhält. Eine Stimme, die sie eindeutig als die ihrer Tochter identifiziert, sagt: „Ich war nie weg“. Dies ruft in Kate einen Sturm von Fragen hervor und sie durchforstet erneut alle Unterlagen, kontaktiert Sophies Freunde und entdeckt ein Geheimnis, das das Verschwinden ihrer Tochter und die Fassade ihrer idyllischen Kleinstadt fundamental in Frage stellt.

    Während ich das Buch las, wurde ich von den realistischen Emotionen und der inneren Zerrissenheit der Protagonistin gepackt. Ich konnte nicht anders, als meine eigenen Reaktionen auf eine ähnliche Situation zu reflektieren. Wie hätte ich mich gefühlt, hätte ich einen Anruf von meiner vermissten Tochter erhalten? Ich stellte mir vor, was passiert wäre, wenn über die Jahre Postkarten mit Bildern aus verschiedenen Ländern angekommen wären, die jedoch immer aus London abgeschickt wurden. Solche Gedanken zogen sich durch meinen Kopf und verstärkten das Gefühl der Unruhe, das das Buch erzeugte.

    Der Thriller ist fast durchgehend aus Kats Perspektive erzählt, was den Leser tief in ihre Verzweiflung eintauchen lässt. Im zweiten Teil des Buches wechselt die Erzählung zwischen der Sicht von Kate und Sophie, wodurch die Geschichte eine zusätzliche Dimension erhält. Kate bleibt jedoch die zentrale Figur, deren Suche nach ihrer Tochter von nahezu unerträglicher emotionaler Belastung geprägt ist. Ihr Kampf wird noch verstärkt durch das Missverständnis ihrer Umgebung – ihre Ehe bricht auseinander, ihre Schwester befürchtet um Kates geistige Gesundheit, und der Umgang mit dem zuständigen Polizisten lässt ebenfalls zu wünschen übrig.

    Emma Rowley gelingt es meisterhaft, den Leser zu fesseln. Die packende Handlung, die unverhofften Wendungen und die gut ausgearbeiteten Charaktere machen es schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Ich fühlte mich permanent in den Bann gezogen, bis hin zu einer unmittelbaren Besessenheit, weiterzulesen. Der Thriller enthält keine blutigen Szenen, sondern beschäftigt sich auf psychologische Weise mit der Thematik und trifft dabei genau den Nerv des Genres. „Ein gutes Mädchen“ hat mich emotional berührt und lässt mich gespannt auf weitere Werke von Rowley hoffen – auch wenn ich mir damit vielleicht wieder eine schlaflose Nacht aufbürde. Das Buch, erschienen im Jahr 2020, kann jederzeit als E-Book für 6,99 Euro bei jeder gut sortierten Buchhandlung bestellt werden.

  • LITL737 [Podcast] Literaturlounge: Will Hill – After the Fire – Mehr als nur ein Jugendbuch

    In dieser Episode widme ich mich der Rezension von „After the Fire“, einem packenden Buch von Will Hill. Die Geschichte beginnt mit der 17-jährigen Moonbeam, die schwer verletzt in einem Krankenhaus liegt und sich einem Psychologen und einem FBI-Agenten gegenübersieht. Als eine der wenigen Überlebenden eines verheerenden Brandes auf der Farm der Legion Gottes wird sie aufgefordert, ihre traumatischen Erlebnisse zu schildern. Während sie über das Leben auf der Farm berichtet, offenbart sie die erschütternden Umstände, die zu der Katastrophe führten, und das Pochen auf ihre innere Wahrheit.

    Das Leben in der Legion Gottes, die von dem charismatischen Führer Father John geleitet wird, wird intensiv beleuchtet. Moonbeam, als Hauptfigur, gibt einen persönlichen Einblick in den strengen Umgang des Anführers und die Manipulation der Bewohner, die ihr gesamtes Leben geprägt haben. Die Erzählung balanciert geschickt zwischen den Geschehnissen vor und nach dem Feuer, was die Leser sowohl emotional als auch psychologisch mitreißt. Moonbeam, die in einem von Angst und Kontrolle geprägten Umfeld aufgewachsen ist, muss sich mit den Folgen der religiösen Indoktrination auseinandersetzen.

    Im Verlauf der Episode erkunde ich die Themen von Hass, Manipulation und die Spirale der Gewalt, die in der Geschichte deutlich werden. Die Schilderungen der Misshandlungen innerhalb der Sekte sind erschreckend, und ich reflektiere, wie diese Dynamik von Hill meisterhaft aufbereitet wird, um die Leser in die Abgründe menschlicher Beziehungen und Machtstrukturen zu ziehen. Die beeindruckende Charakterentwicklung von Moonbeam zeigt, wie schwer es sein kann, sich von einer toxischen Umgebung zu lösen, und wie wichtig es ist, sich der eigenen Realität zu stellen, um nicht zu zerbrechen.

    Mit einem klaren Fokus auf die kontrastierende Welt der gewaltsamen Sekte und der dort herrschenden Unterdrückung, vermittle ich, wie die Geschichte auch als kritisches Lehrwerk dienen kann. Es zeigt, dass, trotz der unübersehbaren Dunkelheit, Hoffnung und der Wille, die eigene Stimme zu erheben, für Moonbeam essenziell sind. Schließlich biete ich einen persönlichen Ausblick und die Idee, das Buch in Schulen zu verwenden, um Jugendlichen den Unterschied zwischen einer Kirche und einer Sekte näherzubringen.

    Ich schließe meine Rezension mit einem Dank an den Autor für seinen eindringlichen Schreibstil und der soliden Übersetzung, die das Werk umso zugänglicher macht. „After the Fire“ ist nicht nur eine fesselnde Geschichte, sondern auch ein wichtiges Werk, das zum Nachdenken anregt und das Bewusstsein für religiöse Manipulation schärft. Das Buch ist im Jahr 2020 erschienen und kann in jeder Buchhandlung für 10,95 Euro erworben werden.