Literaturlounge

  • LITL826 [Buchrezension] Pantopia von Theresa Hannig: Wenn aus einem Programmierfehler die erste starke KI entsteht

    Wir sprechen über *Pantopia* von Theresa Hannig, eine Utopie, in der aus einer autonomen Trading-Software durch einen Programmierfehler die erste starke künstliche Intelligenz entsteht. Diese KI, Einback genannt, erkennt schnell, dass sie zum Überleben die Menschen verstehen und die Welt verändern muss.

    Im Mittelpunkt stehen Patricia Jung und Henry Shevek, die mit ihrem Projekt an einem Wettbewerb teilnehmen und dabei immer stärker in die Entwicklung der KI hineingezogen werden. Zugleich spielt Mikkel Seemann als wichtiger Vorgesetzter eine Rolle, und Patricia gerät in einen inneren Konflikt, weil sie Gefühle für ihn entwickelt.

    Wir begleiten außerdem die Flucht auf die griechische Insel Edaphos. Dort baut Henry mit zurückgelegtem Geld Server für Einback auf, und es entsteht nach und nach der Plan für eine neue Gesellschaftsform mit weltweiten Regeln, einem bedingungslosen Grundeinkommen und einer Berechnung von Preisen, die auch Umweltverschmutzung einbezieht.

    Wir diskutieren die politischen und gesellschaftlichen Ideen des Buchs, vor allem die Frage, wie Veränderungen friedlich erreicht werden können und welche Rolle starke KI dabei spielen könnte. Dabei geht es auch um die Unsicherheit, wer eine solche Technologie kontrolliert: Idealisten oder große Konzerne.

    Zum Schluss halten wir fest, dass das Buch als Denkanstoß wirkt und spannende Figuren sowie Ideen verbindet. Es stellt die Frage, ob eine Weltrepublik wie Pantopia denkbar wäre, und betont dabei immer wieder die Bedeutung von Wissen und Wahrheit.

  • LITL825 [Buchrezension] „Die Verängstigten" von Dima Wannous – wenn ein verschwundener Geliebter deine eigene Geschichte schreibt

    Im Wartezimmer eines Psychologen in Damaskus lernen sich Suleima und Nassim kennen – der Beginn einer langen Liebesgeschichte. Als der Krieg in Syrien ausbricht, flieht Nassim nach Deutschland und verschwindet aus ihrem Leben. Jahre später erhält Suleima ein Manuskript von ihm – und entdeckt darin ihre eigene Geschichte wieder. Zwischen Damaskus, Beirut, Hama und einem Dorf am Meer erzählt Dima Wannous von Angst, Diktatur und dem Massaker von Hama 1982. Sprachlich anspruchsvoll, streckenweise anstrengend – aber ein wichtiger Einblick in ein Land unter permanenter Überwachung. Erschienen 2018, übersetzt von Larissa Bender, nur noch als Restauflage erhältlich.

  • LITL822 [Buchrezension] Genuss in Frankfurt: 101 Orte, die mehr als nur Essen bieten

    In dieser Besprechung geht es um das Buch „101 Genussorte in Frankfurt“ von Bernd Buchterkirch und Julia Söhngen. Vorgestellt wird die Idee, in Frankfurt und Umgebung Orte des Genusses zu sammeln, die nicht nur mit Essen zu tun haben, sondern auch Kultur, Ausflüge, Wellness und besondere Einkaufserlebnisse einschließen. Der Text betont, dass der Begriff „Genuss“…

  • LITL815 [Buchrezension] Sebastian Fitzek: Playlist – Wenn Musik zur Spur eines Verschwindens wird

    In dieser Folge sprechen wir über Sebastian Fitzeks Thriller „Playlist“. Im Mittelpunkt steht das Verschwinden der 15-jährigen Feline Jagow, die auf dem Weg zur Schule spurlos verschwindet. Ihre Mutter beauftragt den Privatermittler Alexander Zorbach, der nach Hinweisen in einem Musikdienst im Internet sucht, über den Feline ihre Lieblingssongs hört.

    Wir erläutern, dass Felines Playlist verändert wurde und möglicherweise versteckte Hinweise enthält. Zorbach versucht, diese Spur zu entschlüsseln und folgt dabei mehreren Hinweisen, die ihn zu weiteren Orten und Personen führen. Dabei spielt auch die Verbindung zu Alina Gregoriev eine Rolle, die aus früheren Fitzek-Romanen bekannt ist.

    Außerdem geht es um den besonderen Aufbau des Buches, weil die Playlist mit echten Songs verbunden ist. Genannt werden unter anderem verschiedene nationale und internationale Künstler, deren Titel als Teil des Projekts veröffentlicht wurden. Wir heben hervor, dass Musik und Handlung eng miteinander verknüpft sind.

    In der Besprechung schildern wir auch unsere persönliche Einschätzung. Wir finden die Grundidee spannend und das Zusammenspiel von Text und Musik interessant, empfinden die Handlung aber stellenweise als konstruiert. Insgesamt sehen wir den Thriller als solide und an einigen Stellen gelungen, mit einem neuen Ansatz, der jedoch aus unserer Sicht nicht immer die gewünschte Spannung erreicht.