Literaturlounge

  • LITL801 [Interview] Von Dresden an die Ostsee – Frank Goldammer über neue Schauplätze und alte Konflikte bei dem Buch Strandopfer

    Im Gespräch erläutert Frank Goldammer, warum er mit *Strandopfer* Dresden verlässt und an der Ostsee, auf Usedom, einen neuen Schauplatz wählt. Der Verlag habe ihn gefragt, ob er auch Krimis außerhalb Dresdens schreiben wolle. Die Ostsee sei für ihn naheliegend gewesen, weil er dort regelmäßig Urlaub mache und die Gegend gut kenne.

    Ein Schwerpunkt des Interviews ist die Hauptfigur Lena. Goldammer erklärt, dass weibliche Hauptfiguren für ihn nichts Neues seien. Markus Eggert spricht jedoch an, dass ihm Lena wegen ihrer Stereotype zunächst fremd blieb. Goldammer verweist darauf, dass Lena aus Mecklenburg stammt, mit Vorurteilen aufgewachsen ist und sich mit eigenen Prägungen und Traumata auseinandersetzen muss.

    Daraufhin geht das Gespräch auf deutsch-polnische Vorbehalte, Grenzräume und Kriminalität über. Goldammer berichtet von Recherchen bei der deutsch-polnischen Polizei und vom Thema Fahrzeugdiebstahl. Er betont, dass er mit Klischees arbeite, sie aber oft einen realen Kern hätten.

    Ein weiterer Themenblock ist die Zusammenarbeit und das Misstrauen zwischen Deutschen und Polen. Goldammer beschreibt unterschiedliche Umgangsformen, Hierarchien in der Polizei und bestehende historische Belastungen, auch durch den Zweiten Weltkrieg. Er erwähnt, dass eine feste länderübergreifende Polizeistruktur bisher nicht existiere.

    Auch die Figurenbeziehungen werden besprochen, besonders zwischen Lena und ihrem polnischen Kollegen Adam. Zwischen beiden gebe es Reibungen, aber auch Annäherung. Zudem spricht Goldammer über Kowalska als weitere Figur und darüber, dass Lena erst langsam Vertrauen aufbaut.

    Später geht es um Bernsteinsuche, touristische Orte und den Kontrast zwischen Touristen und Einheimischen. Goldammer erzählt, dass Bernstein für ihn eng zur Ostsee gehöre und er schließlich tatsächlich einen gefunden habe.

    Zum Schluss spricht das Gespräch über Alkoholabhängigkeit, schwierige Familienverhältnisse, Lesen als Gewinn und die Wirkung von Übersetzungen und Lesungen im Ausland. Goldammer sagt, er wolle nicht moralisieren, sondern Figuren mit Hintergrund und verständlichen Konflikten zeigen.

  • LITL800 [Buchrezension] Wenn die Taschenlampe flackert: Ruperts Gruselgeschichten von Jeff Kinney

    Es wird das Buch „Rupert präsentiert echt unheimliche Gruselgeschichten“ von Jeff Kinney vorgestellt. Der Klappentext beschreibt eine Fantasiewelt mit Taschenlampe, Bettdecke und gruseligen Figuren wie Zombies, Vampiren und Geistern. Dabei wird angedeutet, dass die Geschichten eher zum Lachen als nur zum Fürchten anregen.

    In der persönlichen Rezension wird betont, dass Rupert Jefferson bekannte Horrorfiguren und -motive aufgreift. Genannt werden unter anderem Frankenstein, Mumien, Zombies und eine Szene mit einer lebendig begrabenen Oma. Die Geschichten werden als kurz, bebildert und unterhaltsam beschrieben.

    Außerdem wird hervorgehoben, dass die Geschichten neben dem Gruseleffekt jeweils eine Botschaft enthalten. Diese wird jedoch nicht verraten. Gelobt wird auch Ruperts kindliche Art sowie seine Treue zu seinem besten Freund Greg, den er verteidigt.

    Abschließend wird das Buch als geeignet zum Vorlesen oder Selberlesen beschrieben, etwa am Lagerfeuer oder bei einer Übernachtung. Genannt werden außerdem die bibliografischen Angaben: Erscheinungsjahr 2021, Autor und Zeichner Jeff Kinney, Übersetzung durch Dittmar Schmidt, geeignet ab 10 Jahren, erschienen im Baumhaus Verlag für 16 Euro.

  • [Kino] Supergirl – DC Studios hebt Kara Zor‑El auf ein neues Level

    Kinostart: 25. Juni 2026 Mit „Supergirl“ startet DC Studios im Sommer 2026 eine der spannendsten Neuinterpretationen einer ikonischen Comicfigur. Der Film bringt frischen Wind in das DC-Universum – und setzt zugleich auf eine Hauptdarstellerin, die das Potenzial hat, eine ganze Ära zu prägen: Milly Alcock, bekannt aus House of the Dragon, übernimmt die Doppelrolle als…

  • LITL799 [Buchrezension] „Warum den Igel keiner streichelt“: Große Botschaft für kleine Helden

    In dieser Rezension geht es um das Bilderbuch »Warum den Igel keiner streichelt« von Andrej Kurkow mit Illustrationen von Tania Goryushina. Im Mittelpunkt steht ein kleiner Igel, der traurig ist, weil die anderen Tiere gestreichelt werden und sich niemand um ihn kümmert. Dann begegnet der Igel einer klugen grauen Maus. Diese macht ihm deutlich, dass…