Interviews

Podcast Interview

Interviews auf Literaturlounge.eu bieten eine tiefere Verbindung zwischen Lesern und Autoren. Sie ermöglichen es den Lesern, die Menschen hinter den Büchern kennenzulernen, und bieten den Autoren eine Plattform, um ihre Geschichten und Erfahrungen zu teilen. Diese Interviews sind eine großartige Möglichkeit, die literarische Gemeinschaft zu stärken und zu inspirieren.

  • LITL784 [Buchrezension] „Einer muss doch anfangen“ – Warum Sophie Scholls Geschichte aktueller ist denn je

    In dieser Episode widme ich mich der Rezension des Buches „Einer muss doch anfangen“ von Werner Milstein, das das Leben der berühmten Widerstandskämpferin Sophie Scholl beleuchtet. Am 9. Mai 2021, anlässlich ihres 100. Geburtstags, wird in diesem Werk auf eindrucksvolle Weise die Biografie einer der symbolträchtigsten Figuren im Kampf gegen das Hitlerregime betrachtet. Milstein nimmt den Leser mit auf eine Reise durch Sophies Leben und hinterfragt, inwiefern ihr Werdegang auch heutigen Jugendlichen Orientierung und Sinn stiften kann.

    Die Erzählung beginnt mit einem Einblick in Sophies aufregende Kindheit, in der sie in einem von kritischen Gedanken und Kunst geprägten Umfeld aufwächst. Ihre Familie hat eine Vorliebe für ‚entartete Literatur‘, was sich als bedeutend für ihre spätere Entwicklung herausstellt. Sophie und ihre Geschwister wuchsen in einem Haus auf, das Werte wie Toleranz, Gerechtigkeit und Empathie verleugnete und beeinflusste sie nachhaltig. Dabei war Sophie Scholl eine leidenschaftliche Jugendliche, die auch die Bündische Jugend wie die HJ erlebte, jedoch bald begann, das Regime und dessen Ungerechtigkeiten zu hinterfragen.

    Im Verlauf des Podcasts werde ich tiefer in ihre Beziehungen eintauchen, insbesondere die innige, aber oft umstrittene Liebe zu Fritz Hartnagel, die eine zentrale Rolle in ihrem Leben spielt. Sophies Glaube an Gott sowie an die Freiheit prägten ihren Widerstand gegen das Unrecht, was sich in ihren Freundschaften und ihrer allgemeinen Neugier für Kunst, Literatur und Musik widerspiegelt. Diese Facetten ihres Charakters, ihre leider oft ungehobene Veranlagung zur Kunst, werden durch Zeichnungen, die im Buch abgedruckt sind, veranschaulicht und zeigen, wie vielschichtig Sophie Scholl tatsächlich war.

    Besonders bewegend sind die persönlichen Reflexionen, die ich beim Lesen des Buches hatte. Mir wurde schmerzlich bewusst, wie wichtig es ist, auch heute den Widerstand gegen Extremismus und Unterdrückung aufrechtzuerhalten. Dies regte mich an, über den Zustand der Demokratie in unserer Zeit nachzudenken und wie wichtig es ist, Kritikpunkte zu hinterfragen und Grundrechte zu verteidigen. Das Buch wird zu einer emotionalen Achterbahnfahrt und lässt mich oft nachdenklich zurück.

    Ich schließe die Episode mit der festen Überzeugung, dass die Geschichten von Menschen wie Sophie Scholl nicht nur historisch relevant sind, sondern auch als Quelle der Inspiration für künftige Generationen dienen sollten. Ihr Erbe lehrt uns, dass wir für unsere Überzeugungen einstehen müssen, und dass wir immer für Gerechtigkeit und Freiheit kämpfen sollten. „Einer muss doch anfangen“ von Werner Milstein kann als Grundlage dafür dienen, die Gedanken über Demokratie und das Aufbegehren gegen Unrecht zu beleben.

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  • LITL783 [Buchrezension] Wie „Gießen zu Fuß“ meine Sicht auf die Heimatstadt verändert hat

    In dieser Episode besprechen wir das Buch „Gießen zu Fuß“ von Norbert Schmidt und Marc Schäfer, welches einen neuen Blick auf die Stadt Gießen und ihre verborgenen Schätze vermittelt. Als Einheimischer teile ich meine Gedanken über die Lieblingsorte und Geschichten, die in diesem Werk vorgestellt werden, und wecke ein Bewusstsein für die sich ständig wandelnde Stadt, die sowohl von Universität als auch von Handel geprägt ist.

    Die Autoren, die in Gießen leben und die Stadt gut kennen, bieten mit ihrer Rezension eine Einladung, Gießen aus einer anderen Perspektive zu erleben. Statt einer negativen Stadtkritik, wie sie der berühmte Georg Büchner einst geäußert hat, schildern sie die lebendigen Stadtteile und ruhigen Wohngebiete, die man auf Spaziergängen entdecken kann. Diese Spaziergänge sind sowohl für neue Gäste als auch für alteingesessene Bürger gedacht, um verborgene Schönheiten zu entdecken, die möglicherweise übersehen wurden.

    Ich reflektiere meine persönlichen Erfahrungen und wie das Buch mich dazu gebracht hat, meine eigene Wahrnehmung von Gießen zu hinterfragen. Dabei beleuchte ich sowohl bekannte Orte wie die Bonifatius-Kirche und den Botanischen Garten, als auch weniger beachtete Orte wie ein modernes Wohnhaus mit integrierter Reithalle oder die faszinierende Streetart-Galerie. Trotz meiner jahrelangen Erkundungen der Stadt gab es viele Überraschungen und neue Einsichten, die mir durch die Lektüre des Buches eröffnet wurden.

    Im Gespräch geht es auch um die Bedeutung von Büchern wie „Gießen zu Fuß“, die uns helfen, die Schönheit und Vielfalt unserer Umgebung besser wahrzunehmen. Denn jede Stadt hat ihre eigenen Perlen, die entdeckt werden wollen. Ich ermutige jeden, dieses Buch zu lesen und Gießen mit neuen Augen zu sehen, um die verborgenen Facetten und Geschichten der Stadt zu erleben. Mit der Vorstellung, dass selbst ich als ortsansässiger Gießener noch viel zu entdecken habe, wird deutlich, dass dieses Buch für Einheimische und Studierende gleichermaßen von Wert ist.

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  • LITL782 [Interview] Vom Kinderzimmer in den eigenen Verlag: Wie Sohn Simon zum kreativen Kopf von „Hase Hollywood“ wurde

    In diesem Interview, das von Markus Eggert geführt wurde, stehen Stefan Rasch und Anja Abicht im Mittelpunkt, die über die Entstehung ihres Kinderbuchs „Hase Hollywood und das Geheimnis des Drachenlandes“ und die damit verbundenen Herausforderungen sprechen. Das Gespräch beginnt mit der Diskussion über die Zusammenarbeit mit dem eigenen Kind, Simon Rasch, das eine entscheidende Rolle in der kreativen Entwicklung des Buches spielte. Stefan betont, dass Simon nicht nur die Zielgruppe, sondern auch ein kreativer Mitgestalter des Projekts war. Es wird deutlich, dass die Geschichte sowie die Illustrationen ständig von Simons Feedback beeinflusst wurden, was die Bedeutung der kindlichen Perspektive herausstellt.

    Stefan reflektiert über seine eigenen Kindheitserinnerungen und die Freude am Vorlesen, die ihn dazu motivierte, selbst die Rolle des Vorlesers für Simon zu übernehmen. Er erzählt, dass Simon jedoch oft kein Interesse an herkömmlichen Kinderbüchern hatte, was die Idee inspiriert hat, ein eigenes Buch zu schreiben, das die Herzen von Kindern wie ihm erreichen könnte. Gemeinsam mit Anja entwickelten sie die Figuren und die Handlung in einem spielerischen Ansatz, bei dem Simon oft aktiv mitwirkte. Die Beiden diskutieren darüber, wie wichtig es war, Figuren zu schaffen, die Kindern ansprechend und zugänglich sind, und das dies oft bedeutete, dass sie humorvolle oder leicht verrückte Eigenschaften an den Charakteren entwickelten, um das Interesse von Simon zu wecken.

    Im weiteren Verlauf des Gesprächs thematisieren sie den Illustrationsstil des Buches. Anja erläutert, warum sie sich für Aquarelltechniken entschieden hat, die im Vergleich zu digitalen Illustrationen eine gewisse Unvollkommenheit und Wärme vermitteln. Sie räumen ein, dass die Herstellung der Bilder ein langwieriger Prozess war, bei dem sie verschiedene Ansätze ausprobierten, um den richtigen Stil zu finden. Die Imperfektion der Illustrationen wird als Vorteil angesehen, da sie einen charmanten Kontrast zu den glatten AI-generierten Inhalten bietet, die heutzutage populär sind.

    Stefan und Anja sprechen auch über die Entscheidung, einen eigenen Verlag zu gründen, was ursprünglich aus einer Mischung aus Neugier und einer gewissen Naivität geschah. Sie betonen, dass sie nicht nur daran interessiert sind, ihre eigenen Bücher zu veröffentlichen, sondern auch anderen Autoren eine Plattform bieten möchten, um ihre Geschichten zu erzählen. Es wird klar, dass sie mit viel Hingabe und Perfektionismus arbeiten, jedoch auch die Herausforderungen des Verlagswesens und die Belastungen, die damit einhergehen, anerkennen.

    Das Interview bringt auch die Freude und den direkten Kontakt zu den jungen Lesern zur Sprache, die durch Lesungen und Fanbriefe verstärkt wird. Stefan und Anja sind überrascht von der positiven Resonanz der Kinder auf ihr Buch. Kinderbuchautorenschaft wird als eine verantwortungsvolle, aber auch sehr lohnende Aufgabe dargestellt, wobei die beiden Notwendigkeit verstehen, authentische und liebevoll gestaltete Geschichten zu kreieren.

    Abschließend diskutieren sie über die Themen des Buches und wie wichtig es ist, dass die Geschichten auch für die nächste Generation von Bedeutung sind. Markiert durch die Erlebnisse der Kindheit und den unmittelbaren Kontakt mit jungen Lesern, betonen sie die Leidenschaft, die in den kreativen Prozess eingeflossen ist, und die Hoffnung, dass das Buch bleibende Erinnerungen schafft, die zukünftigen Generationen vermittelt werden.

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  • LITL781 [Buchrezension] Geheimnisse unter dem Walnussbaum – Theresa Hannigs „König und Meister“

    In dieser Episode werfen wir einen tiefen Blick auf das Buch „König und Meister“ von Theresa Hannig, das uns in eine fesselnde Welt voller Geheimnisse und unerwarteter Wendungen entführt. Die Geschichte folgt Ada König, die nach einem verheerenden Autounfall auf der Suche nach der Wahrheit über die vergangenen Ereignisse ist. Ihr Vater, der bei diesem Unfall schwer verletzt wurde, wollte ihr kurz vor dem Chaos etwas Wichtiges mitteilen, das Ada nun unbedingt herausfinden möchte. Diese Suche nach der Wahrheit wird durch mysteriöse Erscheinen eines verbrannten Mannes begleitet, der Ada nicht nur verfolgt, sondern ihr auch Aufgaben überträgt.

    Das Buch entfaltet sich in einem atmosphärischen Rahmen, in dem die Protagonistin in das Haus ihres Vaters zurückkehrt, um sich mit den Schatten ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen. Der eindrucksvoll gewachsene Walnussbaum, der den Garten ihrer Kindheit dominiert, wird schnell zu einem Symbol für die Geheimnisse, die sich um die Familie ranken. Ada muss sich nicht nur mit ihren eigenen Ängsten und Fragen auseinandersetzen, sondern auch mit der düsteren Vergangenheit ihres Vaters, die sich in Formen von Erinnerungen und Träumen offenbart.

    Besonders interessant wird die Dynamik zwischen Ada und dem mysteriösen Bettler Elvis, der sich als Soziologiestudent entpuppt und mit dem Ada eine ungewöhnliche Freundschaft entwickelt. Die Figur der alten Frau Else fügt dem narrativen Gefüge eine weitere Schicht hinzu, ihre skurrilen Gedanken bieten sowohl humorvolle als auch nachdenkliche Einsichten, während Ada zunehmend in die verworrene Geschichte ihrer Familie eintaucht.

    Die Autorin Theresa Hannig versteht es, vielschichtige Charaktere zu kreieren, die eine faszinierende Erzählung bilden. Der Leser wird mit der Frage konfrontiert, wie gut wir wirklich unsere Liebsten kennen und welche Geheimnisse in jeder Familie schlummern. Hannig schafft es, das Genre mit Elementen des Mystery und Thrillers kreativ zu verknüpfen, auch wenn die Handlung nicht immer die gewünschten Spannungshöhen erreicht.

    Trotz einer soliden Erzählstruktur hätte ich mir in einigen Passagen etwas mehr Tiefe gewünscht, besonders im Hinblick auf die Rolle des verbrannten Mannes und die Geheimnisse des Meisters. Dennoch bleibt „König und Meister“ ein fesselndes Werk, das dem Leser die Möglichkeit gibt, über die dunklen Seiten des menschlichen Lebens nachzudenken. Ich bin schon gespannt auf Theresa Hannigs nächste literarische Entdeckung und hoffe, dass wir beim nächsten Mal noch tiefer in die Geheimnisse eintauchen dürfen, die sie zu erzählen hat. Der Roman ist 2021 in der Edition Roter Drache erschienen und kann für 15 Euro erworben werden.

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