Blessing – Verlag

  • LITL825 [Buchrezension] „Die Verängstigten" von Dima Wannous – wenn ein verschwundener Geliebter deine eigene Geschichte schreibt

    Im Wartezimmer eines Psychologen in Damaskus lernen sich Suleima und Nassim kennen – der Beginn einer langen Liebesgeschichte. Als der Krieg in Syrien ausbricht, flieht Nassim nach Deutschland und verschwindet aus ihrem Leben. Jahre später erhält Suleima ein Manuskript von ihm – und entdeckt darin ihre eigene Geschichte wieder. Zwischen Damaskus, Beirut, Hama und einem Dorf am Meer erzählt Dima Wannous von Angst, Diktatur und dem Massaker von Hama 1982. Sprachlich anspruchsvoll, streckenweise anstrengend – aber ein wichtiger Einblick in ein Land unter permanenter Überwachung. Erschienen 2018, übersetzt von Larissa Bender, nur noch als Restauflage erhältlich.

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    LITL009 [Podcast] Rezension Frank Uhlmann – Brennen sollst du
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  • LITL611 [Podcast] Die Weisheit der Trottellume von Florian Werner - Philosophie im Federkleid – Was wir von Tieren über das Leben lernen können

    In dieser Episode tauchen wir tief in das Buch „Die Weisheit der Trottellumme“ von Florian Werner ein und erkunden die faszinierende Frage, was wir von Tieren lernen können. Der Autor präsentiert uns 31 philosophische Überlegungen, die in einem humorvollen und lehrreichen Stil die Ideen von Kängurus, Nacktmullen, Axolotls und zahlreichen anderen Tieren untersuchen. Diese Kreaturen, die wir vielleicht als gewöhnlich wahrnehmen, halten tiefgründige Einsichten über Moral, Gesellschaft und das gute Leben bereit, die oft übersehen werden.

    Wir behandeln die außergewöhnliche Art und Weise, wie Werner Tiere mit philosophischen Konzepten verknüpft. Beispielsweise diskutieren wir, ob Ohrenquallen uns über den Aufbau des Universums aufklären können, und wie die Trottellumme paradiesische Einsichten über Kierkegaards Konzept des Glaubens vermittelt. Indem wir über das vermeintlich banale Verhalten von Löwenmännchen reflektieren, der viel im Schlaf verbringt, stellen wir uns die Frage, was Tapferkeit wirklich bedeutet. Es wird klar, dass wir durch die Betrachtung tierischen Verhaltens auch Erkenntnisse über uns selbst gewinnen können.

    Besonders interessant ist Werners Fähigkeit, Philosophie greifbar zu machen, indem er sie mit alltäglichen Tieren verbindet. Selbst scheinbar banale Aspekte wie das Wachstum des Horns des Dickhornscharfs werden unter die Lupe genommen und philosophisch interpretiert. Es ist erstaunlich, wie der Autor diese Tiere und ihre Verhaltensweisen nutzt, um uns neue Perspektiven zu bieten, die oft überraschend und einladend sind.

    Neben den philosophischen Überlegungen bleibt auch Platz für Humor. Die Sichtweise eines Hähnchens auf seine Existenz ist nicht nur lustig, sondern regt auch wichtige nachdenkliche Diskussionen an. Wir reflektieren gemeinsam, wie die Illustrationen von Andreas Töpfer das Geschriebene bereichern, indem sie die Essenz der verschiedenen Kapitel visuell festhalten. Diese gelungenen Zeichnungen lockern das Werk auf und machen den Zugang zu Werners tiefgründigen Gedanken einfacher und unterhaltsamer.

    Abschließend kann ich sagen, dass „Die Weisheit der Trottellumme“ von Florian Werner nicht nur ein philosophisches Buch ist, sondern ein anregender Diskurs über das, was es bedeutet, Mensch zu sein und wie wir von unseren tierischen Mitbewohnern lernen können. Es fordert den Leser heraus, über konventionelle Denkweisen hinauszublicken und eröffnet neue, spannende Betrachtungsweisen. Ein definitives Must-Read für alle, die sich für Philosophie und das Leben aus tierischer Perspektive interessieren.

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  • LITL595 [Podcast] Rezension: Karl Marx beim Barbier - Uwe Wittstock

    Das Buch „Karl Marx beim Barbier“ von Uwe Wittstock erzählt von Karl Marx‘ Leben und seiner letzten Reise als deutscher Revolutionär. Im Jahr 1882 verlässt Marx zum ersten Mal Europa und begibt sich nach Algerien, wo er von Albert Fermé empfangen wird. Gezeichnet von persönlichem Verlust und gesundheitlichen Problemen, reflektiert Marx sein Leben und Wirken, von seinen jüdischen Wurzeln über seine politischen Ambitionen bis hin zu seinem ewigen Exil und der Armut, die er ertragen musste.

    Uwe Wittstock gelingt es, in seinem Buch elegant zwischen Biografie und Erzählung zu wechseln und die philosophischen Ideen dieser Zeit verständlich zu vermitteln. Der Autor beleuchtet eine zumeist übersehene Phase von Karl Marx‘ Leben und zeigt dabei dessen Widersprüchlichkeiten auf. Die Beschreibung von Marxs Aufenthalt in Algier sowie Einblicke in sein familiäres Umfeld und seine Freundschaft zu Engels geben dem Leser ein tiefgründiges Verständnis für die Person Marx.

    Für den Rezensenten war das Buch von Wittstock alles andere als leichte Lektüre, sondern regte zum Nachdenken über historische Zusammenhänge, politische Entwicklungen und persönliche Beziehungen an. Die Darstellung von Marxs Kampf um das Überleben seiner Familie und sein Ringen um politischen Einfluss bieten einen faszinierenden Einblick in sein komplexes Leben. Wittstocks Werk führt die Leser auf eine Reise in die Vergangenheit, um einen der bedeutendsten deutschen Denker näher kennenzulernen und seine Rolle in der Gesellschaft kritisch zu hinterfragen.

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  • LITL270 [Podcast-Interview] mit Uwe Wittstock über das Buch: Karl Marx beim Barbier

    Am 18. Februar 1882 besteigt Karl Marx in Marseille den Dampfer »Said« und verlässt zum ersten Mal in seinem Leben Europa. Am Kai von Algier nimmt ihn Albert Fermé in Empfang, der sich in der Pariser Kommune engagiert hatte. Doch an politische Kämpfe ist für Marx nicht mehr zu denken. Den Tod seiner Frau Jenny drei Monate zuvor hat er nicht verwunden, und das wärmere Klima kann seine chronische Rippenfellentzündung nicht kurieren. Karl Marx lässt sich ein letztes Mal fotografieren, bevor er beim Barbier Haarpracht und Bart opfert. Ein Akt, der ihm selbst beinahe symbolisch vorkommt. Seine größte Sorge gilt dem Wohlergehen seiner Töchter. Während er die Eindrücke einer ihm ganz neuen Kultur auf sich wirken lässt, zieht er unsentimental eine Art Resümee seines Lebens und Wirkens: der liberale Vater mit jüdischen Wurzeln, die wilden Studienjahre in Bonn und Berlin, seine frühen poetischen Ambitionen, seine seltsam bremsende Rolle im Revolutionsjahr 1848, dann das ewige Exil, die Zumutungen der Armut.
    Der renommierte Autor Uwe Wittstock erzählt eine bisher wenig beachtete Episode des späten Karl Marx und beleuchtet aus ihr heraus das Leben und Wirken dieses großen, aber auch zutiefst widersprüchlichen Geistes.
    »Es ist ein wunderbares Buch. Uwe Wittstock wechselt immer wieder elegant zwischen Biographie und Erzählung und ihm gelingt sogar das Kunststück, die philosophischen Ideen dieser Zeit mühelos zu erklären.«

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