22 Bahnen

[Kino] 22 Bahnen – Ein Film über Geschwisterliebe und den Mut zum Aufbruch

München, August 2025 – Der Blaue Teppich lag aus, die Lichter flackerten, und die ASTOR Film Lounge im ARRI München verwandelte sich für einen Abend in einen Ort der Emotionen, des Applauses und der Vorfreude. Mit der Weltpremiere von 22 Bahnen präsentierte Regisseurin Mia Maariel Meyer die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Caroline Wahl – eine berührende Geschichte über zwei Schwestern, die sich gegen die Widrigkeiten des Lebens behaupten und dabei lernen, was es bedeutet, erwachsen zu werden.

Eine Geschichte, die unter die Haut geht

Im Mittelpunkt des Films steht Tilda, gespielt von der aufstrebenden Schauspielerin Luna Wedler. Tildas Leben ist ein ständiger Balanceakt: Sie studiert, arbeitet an der Supermarktkasse, kümmert sich um ihre kleine Schwester Ida (Zoë Baier) und trägt die Verantwortung für eine Familie, die am Rande des Abgrunds steht. Ihre Mutter, gespielt von Laura Tonke, kämpft mit ihrer Alkoholabhängigkeit, und Väter sind in diesem Universum nicht mehr als eine vage Erinnerung. Tildas Tage sind durchgetaktet, ihre Träume scheinen in der Enge einer Kleinstadt zu ersticken, die sie hasst. Doch dann taucht Viktor (Jannis Niewöhner) auf – der ältere Bruder von Ivan, den Tilda vor Jahren verloren hat. Viktor, der wie sie immer 22 Bahnen schwimmt, bringt Bewegung in ihr Leben. Plötzlich scheint ein Ausweg möglich: eine Promotion in Berlin, die Hoffnung auf Freiheit, auf ein Leben jenseits der Fröhlichstraße, die alles andere als fröhlich ist.

Doch 22 Bahnen ist mehr als nur eine Coming-of-Age-Geschichte. Es ist ein Film über bedingungslose Geschwisterliebe, über Verantwortung und die Frage, wie viel man aufgeben muss, um sich selbst nicht zu verlieren. Die literarische Vorlage von Caroline Wahl, die für ihre schonungslos ehrlichen Charaktere bekannt ist, findet in Mia Maariel Meyers Regie eine filmische Sprache, die zwischen Zärtlichkeit und Härte oszilliert. Die Bilder des Kameramanns Tim Kuhn fangen die Enge und die Sehnsucht der Protagonistin ein – das Blau des Schwimmbads wird zum Symbol für Flucht und Geborgenheit zugleich.

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Ein Abend voller Emotionen

Die Premiere in München war ein Fest für alle Beteiligten. Neben dem Cast, darunter auch Zoe Fürmann und Eleanor Reissa, waren die Produzenten Anna-Malike Eigl, Thomas Wöbke und Philipp Trauer von BerghausWöbke Filmproduktion sowie die Co-Produzenten Viola Jäger und David Kehrl von Constantin Film anwesend. Die Autorin Caroline Wahl, deren Roman die Grundlage für das Drehbuch von Elena Hell bildete, erlebte gemeinsam mit dem Publikum, wie ihre Worte auf der Leinwand lebendig wurden. Der Applaus galt nicht nur den Schauspielern, sondern auch der sensiblen Inszenierung, die es schafft, die Zerbrechlichkeit und Stärke der Figuren gleißend hell strahlen zu lassen.

Besonders berührend war die Anwesenheit der jungen Darstellerinnen Zoë Baier und Luna Wedler, die als Schwestern Ida und Tilda eine beeindruckende Dynamik auf die Leinwand bringen. Jannis Niewöhner, der als Viktor eine zentrale Rolle spielt, rundet das Ensemble ab und verleiht dem Film eine melancholische Tiefe.

Warum dieser Film wichtig ist

22 Bahnen ist kein Film, der einfache Antworten gibt. Er stellt Fragen: Wie viel Verantwortung kann ein junger Mensch tragen? Was bedeutet Familie, wenn die Welt um einen herum bröckelt? Und vor allem: Wie findet man den Mut, sich selbst zu retten, wenn man immer für andere da sein musste?

Die Geschichte von Tilda und Ida ist universell – sie spricht all jene an, die sich jemals zwischen Pflicht und Sehnsucht zerrissen gefühlt haben. Die Kleinstadt, in der der Film spielt, könnte überall sein. Die 22 Bahnen, die Tilda und Viktor schwimmen, werden zur Metapher für Ausdauer, für den Rhythmus des Lebens, der einen vorantreibt, auch wenn man glaubt, nicht mehr weiterzukommen.

Ein Film, der bleibt

Ab dem 4. September 2025 ist 22 Bahnen in den deutschen Kinos zu sehen. Wer Caroline Wahls Roman kennt, wird die treue und doch eigenständige Umsetzung lieben. Wer den Film ohne Vorwissen sieht, wird von der Intensität der Geschichte mitgerissen. 22 Bahnen ist kein Film, den man einfach wieder vergisst. Er bleibt – wie die Chlorgeruch der Schwimmhalle, die Tilda nicht loswird, selbst wenn sie längst woanders ist.

Für alle, die sich auf eine emotionale Reise einlassen möchten, ist dieser Film ein Muss. Und für diejenigen, die nach der Vorstellung das Bedürfnis verspüren, selbst 22 Bahnen zu schwimmen – vielleicht ist das genau der richtige Impuls.


Fazit: 22 Bahnen ist ein Film, der zeigt, dass man manchmal gegen die Strömung schwimmen muss, um ans Licht zu kommen. Ein Plädoyer für den Mut, sein eigenes Leben zu leben – auch wenn der Weg dorthin beschwerlich ist.

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