DDR Geschichte

  • [Theater] „Dumme Jahre“ in Gießen: Warum DDR-Geschichte kein reines Ost-Thema ist und dieses Stück uns alle fordert

    Das letzte Mal 2025 ins Theater und es stand „Dumme Jahre“ auf dem Programm. Der Dramaturg Tim Kahn machte die Einführung. Er erzählte davon, wie das Stück entstanden ist und worum es in dem Stück auch geht. Das Stück enthält viele Zeitsprünge in die 1968er Jahre oder 1981, auch mal in die 70er Jahre und…

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    [Lesung] Der Trick mit Emanuel Bergmann in Gießen

    Zwischen Wort und Klang: Emanuel Bergmanns fesselnde Lesung aus "Der Trick" in Gießen

    Der Trick

    Am 02.09.2016 war ich bei uns in Gießen in der Stadtbücherei auf der Lesung von „Der Trick“ des Autoren Emanuel Read more

    „Lindbergh“ zum Kinder- und Jugendhörbuch des Jahres 2016 gewählt
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    Der Höhenflug geht weiter: „Lindbergh“ zum Kinder- und Jugendhörbuch des Jahres 2016 gewähltFür die Jury der hr2-Hörbuchbestsenliste ist die Hörspiel-Umsetzung Read more

    [Sonstiges] Gedanken eines Buchbloggers
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    Also manchmal sitze ich wirklich hier und beiße in die Tischplatte. Warum? Dieses Gefühl überkommt mich wegen meiner Timeline bei Read more

  • LITL743 [Podcast] Zwei Schicksale, ein System – Ein Blick auf Frank Goldammers ‚Zwei fremde Leben‘

    In dieser Episode erkunden wir das faszinierende Buch „Zwei fremde Leben“ von Frank Goldammer, das uns in die komplexe und oft düstere Realität der DDR in den 1970er Jahren eintauchen lässt. Die Hauptfigur, Ricarda Raspe, wird zur Protagonistin einer schicksalhaften Geschichte, als sie in einer Dresdner Klinik ein Kind zur Welt bringt, das laut Befunden tot geboren wird. Ricarda kann und will jedoch nicht an den Tod ihres Kindes glauben und vermutet stattdessen eine staatlich angeordnete Kindesentführung, die sie in einen Strudel aus Unsicherheit und Gefahr stürzt.

    Wir folgen Ricardas verzweifelter Suche nach der Wahrheit, während sie gegen die vorherrschenden gesellschaftlichen Normen und die Macht der Stasi kämpft. Ihr Ehemann, der sich auf die Seite ihres Vaters und der offiziellen Version schlägt, steht ihr in dieser Dunkelheit oft im Weg. Der zufällig anwesende Polizist Thomas Rust wird ebenfalls zum Schlüsselspieler in dieser Geschichte, als er über die mysteriösen Vorkommnisse in der Nacht von Ricardas Geburt stolpert.

    Der Erzählstrang wechselt geschickt zwischen Ricardas Geschichte und der von Claudia Belling, einer jungen Frau, die 17 Jahre später nach ihrer eigenen Herkunft sucht und dabei auf die Schatten der Zwangsadoption stößt. Claudia ist die Tochter eines hochrangigen SED-Funktionärs und kämpft ebenfalls gegen das System, als sie versucht, der DDR zu entkommen. Ihre Flucht am Tag des Mauerfalls markiert einen Wendepunkt, der sowohl Hoffnung als auch Tragik in sich trägt.

    Das Buch beleuchtet nicht nur die persönlichen Schicksale der Figuren, sondern auch die Schattenseiten eines autoritären Regimes. Goldammer gelingt es, die erschreckende Macht der Stasi herauszuarbeiten und die emotionale Belastung, die Zwangsadoptionen für Mütter und Kinder bedeuten, eindringlich darzustellen. Ricarda wird immer mehr zum Einsiedler, gefangen in ihrer Suche nach Antworten und dem sehnlichen Wunsch, ihre erste Tochter zu finden, während sie gleichzeitig gegen die Wellen des Lebens und die Hindernisse, die ihr von der Gesellschaft in den Weg gelegt werden, ankämpfen muss.

    Abschließend kann ich sagen, dass „Zwei fremde Leben“ ein fesselnder Page-Turner ist, der sowohl auf emotionaler als auch auf geschichtlicher Ebene berührt. Frank Goldammer schafft es, die komplexe und oft schmerzhafte Geschichte der DDR so zu erzählen, dass sie für jeden Leser verständlich und nachvollziehbar bleibt. Es ist eine eindringliche Erinnerung daran, wie wichtig es ist, für unsere Demokratie und die Rechte von Müttern und Kindern zu kämpfen, um sicherzustellen, dass solche Gräueltaten nie wieder geschehen.

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  • LITL728 [Podcast] Auf Spurensuche in der DDR – Podcast-Rezension zu „Juni 53“ von Frank Goldammer

    In dieser Episode widmen wir uns dem Kriminalroman „Juni 53“, dem fünften Fall für den Ermittler Max Heller, verfasst von Frank Goldammer. Die Handlung ist im Sommer 1953 angesiedelt und beschreibt die schwierigen gesellschaftlichen Verhältnisse in der jungen DDR, wo die Unzufriedenheit der Bevölkerung wächst und immer mehr Menschen in den Westen fliehen möchten. Als am 17. Juni gewaltige Proteste ausbrechen, wird Heller zu einem Dresdner VEB für Rohrisolation gerufen, wo der Leiter auf brutale Weise mit Glaswolle ermordet wurde. Trotz des Chaos um ihn herum lässt Heller sich nicht von den Geschehnissen ablenken und hat seine eigenen Verdachtsmomente über die Umstände des Todes.

    In meiner Rezension beleuchte ich die persönliche Verbindung, die ich zur Geschichte aufbauen konnte. Als jemand, der die historischen Bezüge zu diesem Feiertag nur flüchtig kannte, hat mir der Roman auf einfühlsame Weise die deutsch-deutsche Geschichte nähergebracht. Die grausamen Umstände, unter denen der Protagonist und seine Mitmenschen leben, lassen mich die Geschichte mit einer anderen Perspektive betrachten und fördern mein Verständnis für die damaligen gesellschaftlichen Spannungen. Die Einbindung des historischen Kontextes trägt zur Spannung des Krimis bei und verleiht der Erzählung einen authentischen Charakter.

    Ein zentrales Element der Geschichte ist Hellers Stellvertreter Reimann, dessen tragisches Schicksal mich berührt hat. Als Charakter wird er als unsicher und vom Leben gezeichnet dargestellt – ein Mensch, der mit seinen körperlichen Einschränkungen und persönlichen Kämpfen zu kämpfen hat. Im Gegensatz zu Heller ist er weit entfernt von einem typischen Helden und entfaltet gerade dadurch eine besondere Tiefe in der Erzählung.

    Die Beziehung zwischen Heller und seinem Sohn Klaus, der beim Ministerium für Staatssicherheit arbeitet, bietet eine interessante Dynamik. Kennzeichnend sind die Konflikte, die sich aus ideologischen Differenzen ergeben. Klaus wird für mich zu einem Symbol für das Unverständnis und den Hass, die zwischen Familienmitgliedern bestehen können, wenn extreme Überzeugungen die Oberhand gewinnen. Dies führt in der Geschichte zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den Fragen von Loyalität und Verrat in einem repressiven System.

    Ich finde, die Geschichte zwingt mich, zu reflektieren darüber, wie ich in einer solchen Situation handeln würde: Flüchten oder bleiben? Die alltäglichen Ängste und Unsicherheiten, die Heller und seine Mitmenschen durchleben, sorgen dafür, dass ich als Leser selbst in diese Dilemmata eintauche. Während ich die Spannung der Handlung verfolge, wird mir bewusst, wie schnell man in einer konfliktbeladenen Gesellschaft seine Ideale und die Loyalität zu näheren Bezugspersonen in Frage stellt.

    Trotz der Dunkelheit der Thematik gibt der Krimi auch einen Einblick in die menschlichen Beziehungen und den Überlebenswillen der Protagonisten. Goldammer gelingt es, dieses historische Element unterhaltsam und lehrreich zu gestalten. Ich empfehle „Juni 53“ nicht nur Krimifans, sondern jedem, der mehr über die tragischen und oft missverstandenen Aspekte der DDR-Geschichte erfahren möchte. Für alle, die eine fesselnde Geschichte mit tiefgründigen Charakteren und historischem Hintergrund schätzen, ist dieser Roman ein Muss, und ich freue mich bereits auf das nächste Abenteuer mit Max Heller. Der Roman ist 2019 im DTV-Verlag erschienen und kann in jeder gut geführten Buchhandlung für einen Preis von etwa 11 Euro erworben werden.

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