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  • LITL772 [Buchrezension] Wenn das Netz stirbt – „Influence, Fehler im System“ von Christian Linker

    In dieser Episode bespreche ich das Buch „Influence, Fehler im System“ von Christian Linker, das sich mit der Thematik unserer digitalisierten Welt auseinandersetzt. Die Geschichte entfaltet sich in einem spannenden Thriller-Szenario, in dem das Internet plötzlich zusammenbricht. Amir, der Protagonist, sollte ursprünglich einen entscheidenden Austausch mit dem Netzaktivisten Habakuk haben, um geheime Informationen weiterzugeben, die das Potenzial eines der größten Skandale in der Geschichte des Internets bergen. Doch ein globaler Blackout unterbricht diesen kritischen Moment, und die Suche nach Antworten beginnt.

    Das Buch thematisiert die Auswirkungen auf die Gesellschaft, wenn die digitale Infrastruktur von einem Trojaner angegriffen wird. Der Autor malt ein Bild von Chaos und Verwirrung, in dem Amir sowohl Habakuk als auch die Influencerin Kalliope trifft, die eine Schlüsselrolle in seinem Überleben spielt. Ich reflektiere dabei über Amirs beruflichen Werdegang, der ihn als Praktikant bei der Landtagsabgeordneten Solveig in Berührung mit einem Whistleblower bringt, der entscheidende Informationen über ein Unternehmen namens CAP hat. Diese prekäre Situation zwischen Rausch und Drang nach Wahrheit ist essenziell für die Handlung.

    Die Erzählweise von Christian Linker beeindruckt mich durch ihren flüssigen Stil und die Fähigkeit, tiefgründige philosophische Fragen aufzuwerfen, die nicht nur Jugendliche ansprechen, sondern auch Erwachsene zum Nachdenken anregen. Gleichzeitig bemängle ich das letzte Drittel des Buches, das auf mich den Eindruck macht, als wäre versucht worden, die Geschichte künstlich zu strecken, was sich negativ auf die finale Aussagekraft auswirkt.

    Trotz dieser Kritik halte ich „Influence, Fehler im System“ für eine wichtige Lektüre, die nicht nur die Gefahren der digitalen Welt und den Einfluss von Influencern thematisiert, sondern auch viele Denkanstöße bietet. Das Buch ist aus dem Jahr 2020, hat aber an Aktualität nicht verloren und sollte meiner Meinung nach auch in Schulen behandelt werden.

    Insgesamt zeigt die Episode, wie wir durch Linkers Werk sowohl über die Nutzung des Internets nachdenken als auch die manipulierten Strömungen im Netz erkennen lernen. Die Herausforderungen und moralischen Fragestellungen, die sich aus diesen Themen ergeben, sind relevanter denn je.

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  • LITL770 [Buchrezension] Schuldig aus Wahn? Das fatale Versagen des Systems in Sabine Fitzeks „Verrückt“

    In dieser Episode befasse ich mich ausführlich mit dem Buch „Verrückt“ von Sabine Fitzek, dem zweiten Teil der Medizinkrimis um den sympathischen Kommissar Kamowski. Ich beginne mit einer tiefen Auseinandersetzung mit der Thematik, die sich um die Grenzbereiche von Täterschaft und Opferschaft dreht und wie die Wahrnehmung von „Verrückten“ in unserer Gesellschaft geprägt ist. Der komplexe Fall rund um einen Psychiatriepatienten, der unter Mordverdacht gerät, eröffnet spannende Fragen über das Gesundheitssystem und die Vorurteile, die damit verbunden sind.

    Im Zentrum der Handlung steht der tragische Mord an der 14-jährigen Lena, deren Leiche auf unheimliche Weise in einem Berliner Park aufgefunden wird. Kommissar Kamowski, der mit den Ermittlungen betraut wird, sieht sich schnell mit der Herausforderung konfrontiert, Oliver – den sensiblen Sohn einer Nachbarin – vor dem gesellschaftlichen Stigma und dem Verdacht zu schützen. Oliver leidet an paranoider Schizophrenie und lehnt die dringend nötige Behandlung ab. Das Spannungsfeld zwischen seiner Erkrankung und der an ihn gerichteten Verdächtigung lädt dazu ein, die gesellschaftlichen Ängste und Missverständnisse gegenüber psychischen Erkrankungen näher zu beleuchten.

    Ich tauche ein in Kamowskis Entdeckungsreise, während er schrittweise erkennt, dass das System oft versagt, wenn es um die Beurteilung und den Umgang mit psychisch kranken Menschen geht. Dabei analysiere ich, wie Fitzek es schafft, empathisch und einfühlsam den Blick auf das Innenleben von Menschen mit Psychosen zu lenken, ohne sie zu stigmatisieren. Die Charakterentwicklung von Oliver und Kommissar Kamowski verdeutlicht, dass es weit mehr gibt als Stereotypen und einfache Antworten, wenn es um psychische Gesundheit geht.

    Ein weiterer Schlüsselmoment der Erzählung entfaltet sich, als weitere Mädchen aus Olivers Umfeld vermisst werden. Ich diskutiere die ethischen und moralischen Dilemmata, vor denen Kamowski steht, während er versucht, Oliver zu verteidigen und gleichzeitig die besorgniserregenden Entwicklungen rund um die vermissten Mädchen in den Blick zu nehmen. Es wird klar, dass Fitzek nicht nur einen spannenden Kriminalfall, sondern auch eine fundierte Kritik an unserem Gesundheitssystem verpackt, und somit gelingt es ihr, spannende Unterhaltung mit tiefen Einsichten zu verbinden.

    Im Fazit reflektiere ich die einzigartigen Erzähltechniken und erzählerischen Mittel, die Sabine Fitzek verwendet, um sowohl die Spannung des Kriminalromans aufrechtzuerhalten als auch einen sensiblen Umgang mit psychischen Erkrankungen zu pflegen. „Verrückt“ ist nicht nur ein fesselnder Krimi, sondern auch ein Aufruf, Vorurteile abzubauen und Verständnis für Menschen zu entwickeln, die mit psychischen Erkrankungen kämpfen. Ich freue mich darauf, wie Fitzek in zukünftigen Bänden weiterhin neue Aspekte der psychischen Gesundheit thematisieren wird.

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  • LITL769 [Buchrezension] Mullewapp magisch: ‚Die Abenteuer‘ von Helme Heine – Kindheitserinnerungen und neue Entdeckungen

    In dieser Episode befassen wir uns mit der Kinderbuchrezension zu „Die Abenteurer“ von Helme Heine. Das Buch erzählt die Geschichte von drei Freunden – Johnny, Franz und Waldemar – die in der langweiligen Umgebung von Mullewapp beschließen, ihrer Alltagsroutine zu entfliehen. Sie begeben sich auf eine aufregende Reise, bei der sie mit dem Fahrrad von Abenteuer zu Abenteuer fahren, auf Prinzessinnen treffen, Piraten begegnen und sogar durch eine Wüste in einen Schneesturm geraten, bis sie letztlich einen versunkenen Goldschatz im Roten Meer entdecken.

    Ich teile meine persönliche Erfahrung mit Helme Heine, einem der ersten Autoren, den ich persönlich kennenlernen durfte. Es war ein Vergnügen, mit ihm über seine Werke zu sprechen und dabei in die fantasievolle Welt von Mullewapp einzutauchen. Mit jeder umgeblätterten Seite werden die drei Freunde in neue Abenteuer geworfen, und die Erzählung bleibt durchweg spannend – das ist schließlich das Wesen echter Abenteuer.

    Das kleine Bilderbuch ist ein absolutes Muss für alle, die die Geschichten aus Mullewapp lieben und vielleicht auch ihre eigenen Kinder für diese Geschichten begeistern möchten. Die Illustrationen sind klar im charakteristischen Stil von Helme Heine gehalten und sind teilweise so ansprechend und abenteuerlich, dass sie sowohl die Vorstellungskraft der Kinder als auch der Erwachsenen anregen. Die Bilder laden ein, eigene Abenteuer in Mullewapp zu erleben und die Fantasie zu beflügeln.

    „Die Abenteurer“ wurde 2020 veröffentlicht und ist eines der letzten Werke des 2025 verstorbenen Helme Heine, erschienen im renommierten Diogenes Verlag. Das Buch ist für nur 9 Euro erhältlich und bietet nicht nur eine spannende Lektüre für Kinder, sondern auch nostalgische Erinnerungen für Erwachsene, die in ihrer Kindheit die Abenteuer von Mullewapp entdeckt haben.

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  • LITL768 [Podcast] Eva-Isabel Schmid: ‚Paracelsus – Auf der Suche nach der unsterblichen Seele‘ – Ein historischer Thriller zwischen Wissenschaft und Ketzerei

    In dieser Episode widme ich mich der Rezension des Buches „Paracelsus – Auf der Suche nach der unsterblichen Seele“, geschrieben von Eva-Isabel Schmid. Wir begeben uns in das Basel des Spätsommers, eine Stadt an der Schwelle zur Renaissance, wo der junge Medizinstudent Paracelsus zusammen mit seinem Freund Kasper eine Sondergenehmigung von der katholischen Kirche erhält, um Leichensektionen durchzuführen. Ihr Ziel: den wissenschaftlichen Beweis der Existenz der menschlichen Seele.

    Die spannende Erzählung nimmt eine dramatische Wendung, als ein neuer Bischof an die Macht gelangt und die beiden Freunde der Ketzerei beschuldigt werden. Ihre ehrgeizige Forschung wird verboten und während Kasper sich der Medizin widmet, zieht es den unerschütterlichen Paracelsus in die Welt des Okkultismus. Die Handlung entfaltet sich zwischen Inquisition, politischen Intrigen und einem aufkommenden Bürgerkrieg, was die Freundschaft der beiden Protagonisten auf eine harte Probe stellt.

    Das Buch zeichnet das Bild eines weiterdenkenden Arztes, der über die Grenzen seiner Zeit hinausblickt. Mit jeder Seite wird klarer, dass Paracelsus nicht bloß ein Heiler, sondern ein Visionär war. Das setting in Basel, zu einer Zeit des Umbruchs, liefert den perfekten Hintergrund für ihre Suche nach der menschlichen Seele, die zugleich von der katholischen Kirche als hochriskant angesehen wird. Der Dekan Jakob Göttisheim spielt hierbei eine Schlüsselrolle, da er die beiden schützt, aufgrund seiner persönlichen Verbindung zu Paracelsus und Kasper.

    Besondere Spannung entsteht durch die Begegnungen von Paracelsus mit okkulten Figuren, die den Kontakt zu einem Wesen namens Astaroth herzustellen versuchen. Dies geschieht in gruseligen Settings, gezeichnet von Beschwörungsriten, die eine unheimliche Atmosphäre schaffen. Die Erzählung wird weiter angereichert durch die Konflikte mit dem neuen Fürstbischof, der seine eigene Agenda verfolgt und die Inquisition zu seinen Gunsten nutzt.

    Mit einer Vielzahl von Charakteren, von schillernden Persönlichkeiten bis hin zu schurkischen Figuren, bietet das Buch eine dichte Handlung voller Atmosphäre. Die liebevollen Details über das spätere Mittelalter in Basel, die Zünfte, den Adel und die Anfänge der Reformation beleben die Seiten. Besonders hervorzuheben ist die Liebesgeschichte, inszeniert durch Margarete und den gedemütigten Adeligen.

    Schließlich kommt das Buch zu einem spannenden Cliffhanger, der den Wunsch nach einer Fortsetzung weckt. Eva-Isabel Schmidt zeichnet mit ihrem ersten Werk ein kraftvolles Bild der Zeit und zieht den Leser in eine faszinierende Welt, in der wissenschaftliche Neugier und das Streben nach Erkenntnis auf tief verwurzelte religiöse Überzeugungen treffen. „Paracelsus – Auf der Suche nach der unsterblichen Seele“ ist ein empfehlenswerter Roman für alle, die sich für historische Erzählungen und medizinische Themen begeistern. Erhältlich beim Pieper Verlag, ist dieses Werk eine Gedichtsammlung, die in jeder Buchhandlung als E-Book zum Preis von 7,99 Euro erhältlich ist.

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