Fünf Fremde

[Rezension] Fünf Fremde – Romy Fölck

Fünf Fremde – Ein düsterer Krimi, der mit unerwarteten Wendungen überrascht

|

Die Wellen peitschen gegen die Fähre, als fünf Passagiere an einem stürmischen Oktobertag die Insel Neuwerk in der Nordsee erreichen. Für vier von ihnen ist es die Rückkehr an einen Ort, der dunkle Erinnerungen wachruft. An einen Sommer vor dreißig Jahren, in dem zwei Teenager spurlos aus dem Schullandheim verschwanden. Auch damals waren die vier auf Neuwerk – und eine Frage hat sie seither nie mehr losgelassen: Was geschah in jenem verhängnisvollen Sommer wirklich? Als ein Orkan aufzieht und niemand die Insel verlassen kann, drängen lang gehütete Geheimnisse an die Oberfläche. Denn es gibt jemanden, der die Antwort kennt. Und der nicht eher ruht, bis eine alte Schuld endlich gesühnt wird …

Es war mal wieder an der Zeit für einen richtig schönen Psychothriller. Und warum nicht mal einen von Romy Fölck? Gesagt getan. Als erstes springen wir auf die Insel Neuwerk, wo wir die Lehrerin Charlotte Hannel kennenlernen, die auf dieser kleinen Insel zwei Schüler verloren hat. Sie sind spurlos verschwunden. Dies war für mich sehr erschreckend. Ich habe mir in diesem Moment vorgestellt, wie es wäre, wenn ich auf einem meiner Lager zwei Kinder verloren hätte. Gut das dies nie passiert ist, aber alleine diese Vorstellung, ich wäre daran zerbrochen. Dies auf einer kleinen Insel wie Neuwerk, wo jeder jeden kennt, um die zwanzig Einwohner. Da kann nicht so viel passieren! Gut, aufgrund der Tatsache, dass rund herum nur Meer ist, kann noch immer genug passieren. Aber diese Panik und das Suchen kann ich mir sehr gut vorstellen, genauso, dass Charlotte dann auch möglichst lange auf der Insel Neuwerk geblieben ist. Dass sie dann später zur Nonne wurde, kann ich irgendwie auch sehr gut nachvollziehen, da sie auf der Suche nach Halt ist.


Annika Lundt ist eine weitere der fünf Fremden. Sie ist zwar gebürtig von Neuwerk hat die Insel aber schon lange verlassen. 1995 als die beiden Schüler verschwunden sind, war sie im gleichen Alter wie Isa und Janosch. 30 Jahre später ist sie bei der Mordkommission in Hamburg und kommt zurück nach Neuwerk, da sie gesundheitliche Probleme hat und eine Mutter, die stark dement ist.


Die Journalistin Sinje Bianchi wohnt in Rom und war auch 1995 mit ihren Eltern auf Neuwerk, wobei Sinje keinen Kontakt mit der Schulklasse von Janosch und Isa hatte. Das hat mich am Anfang ein wenig gewundert, warum sie sich so sehr für diesen Vorfall interessiert und über den Cold Case ein Buch schreiben will. Dies wird aber im Laufe der Zeit immer klarer.


Eine Person, wo ich mich noch länger gefragt habe was hat sie damit zu tun hat, war Michelle Welm, die sich als Vogelwartin auf die Vogelinsel Scharhörn beworben hat. Da Michelle wesentlich jünger ist, als die anderen Personen in dem Buch, konnte sie nichts mit den Ereignissen zu tun haben, die sich 1995 auf Neuwerk abgespielt haben.


Als letzte Person der fünf Fremden erscheint Mats Nilsson. Er war auch in der Schulklasse, die 1995 auf Neuwerk war. Er ist beim DWD als Meteorologe in Hamburg angestellt.


Diese fünf Personen kommen alle an ein und demselben Tag mit der Fähre nach Neuwerk. Wobei es da schon zu einem Unfall kommt, den Sinje fällt ins Wasser und wird von Mats gerettet. Es erkennt niemand den anderen auf der Fähre, da Charlotte z.B. als Nonne reist oder da man sich ja dreißig Jahre lang nicht gesehen hat und außerdem den anderen nicht erwartet. Wer kennt dies nicht, wenn man an jemanden vorbeiläuft, weil man mit der Person an diesem Ort nicht rechnet.
Mehr oder weniger durch Zufall treffen die Personen aber aufeinander. Charlotte z.B. quartiert sich bei Annika ein, da sie deren Mutter besuchen will, mit der sie befreundet ist. Als dann auch noch in der Nacht Hedda, Annikas Mutter auf dem Friedhof der Namenlosen ein Skelett ausgräbt kommt das ganze immer mehr ins Rollen. Annika entdeckt an der einen Hand den Siegelring, mit dem sie und die Clique aus dem Jahr 1995 sich ein Brandzeichen an das Handgelenk gemacht haben. Dies wühlt sie immer mehr auf.


Aber nicht nur sie ist in Alarmstimmung, sondern auch die anderen. Als dann auch noch die Vogelwartin verschwindet, die sechs Monate auf Scharhörn gelebt hat, wird es sehr spannend. Alle fünf sind auf Neuwerk gefangen, da sich ein Orkan angekündigt hat und man stellt sich immer mehr die Frage, was ist eigentlich 1995 genau passiert? Man spürt, dass alle ein Geheimnis aus der damaligen Zeit bewahren und sich alle schuldig fühlen, bis auf Michelle, die einfach nur Vogelwartin werden will. Aber jede Person hat 1995 etwas verheimlicht, hat etwas gesehen, was sie nicht erzählt hat.


Immer wieder gibt es auch Rückblenden ins Jahr 1995 und zwar aus der Sicht von Isa, die als einzige von den beiden gefunden wurde.
Der Weg, wie das Verbrechen aufgeklärt wird, ist wirklich sehr spannend zu lesen. Ich fand es extrem spannend. Frau Fölck hat mich gefesselt und jede einzelne Person ist mir ans Herz gewachsen.


Dieser Orkan, der über Neuwerk gekommen ist, hat die Fünf Fremde einander näher und ein Geheimnis, welches 30 Jahre lang geschützt war, ans Tageslicht gebracht. Ich mag ja die Schreibweise von Romy Fölck sehr und ich kann sagen, man kann wirklich gut das Umfeld vergessen. Wenn man im Zug sitzt, stört es einen dann auch nicht, wenn die Bahn mal wieder Verspätung hat, denn man sitzt so oder so gerade auf einer Insel fest, die ich zumindest vorher nicht kannte, aber auf der ich gerne eine kleine Wanderung würde oder einen Sturm mit den Fünf Personen erleben würde. Neuwerk ist sicherlich die ein oder andere Reise wert und wer weiß, welche Leiche man noch auf dem Friedhof der Namenlosen findet.

Fünf Fremde

Titel: Fünf Fremde

Autor/In: Fölck, Romy
ISBN: 978-3-7577-0183-3
Verlag: Bastei Lübbe
Preis: 22,00€
Erscheinungsdatum: 02. März 2026

Bei Osiander.de bestellen.
Bei Genialokal.de bestellen.
Bei Buch24.de bestellen.
Bei Thalia.de bestellen.
Die Buchhandlung Freiheitsplatz.de unterstützen!
Die Büchergilde FFM unterstützen!
Related Posts

[Rezension] Mord in Hangzhou – Marlies Ferber

James Gerald: Ein Agent, der das Alter meistert

Mord in Hangzhou

Klappentext: Null-Null-Siebzig, Mord in Hangzou Ex-Agent im Ruhestand James Gerald wird von seinem früheren Arbeitgeber, dem britischen Secret Intelligence Service Read more

[Rezension] Trigger – Wulf Dorn

Ein Kampf gegen die Zeit und die Dunkelheit des Geistes

Klappentext: Der Fall einer misshandelten Patientin wird für die Psychiaterin Ellen Roth zum Alptraum: Die Frau behauptet, vom Schwarzen Mann Read more

[Rezension] Phobia – Wulf Dorn

'Phobia': Ein Buch, das man nicht aus der Hand legen kann

Phobia

Klappentext: Angst hat ein Zuhause Eine Dezembernacht im Londoner Stadtteil Forest Hill. Sarah Bridgewater erwacht, als sie ihren Mann überraschend Read more

Verpasse unsere Tipps nicht!

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Einverständniserklärung 
Fünf Fremde – Ein düsterer Krimi, der mit unerwarteten Wendungen überrascht

Annika Lundt ist eine weitere der fünf Fremden. Sie ist zwar gebürtig von Neuwerk hat die Insel aber schon lange verlassen. 1995 als die beiden Schüler verschwunden sind, war sie im gleichen Alter wie Isa und Janosch. 30 Jahre später ist sie bei der Mordkommission in Hamburg und kommt zurück nach Neuwerk, da sie gesundheitliche Probleme hat und eine Mutter, die stark dement ist.

URL: https://literaturlounge.eu/?p=32816

Autor: LiteraturLounge

Name: Fünf Fremde

Autor: Romy Fölck

ISBN: 978-3-7577-0183-3

Veröffentlichungsdatum: 2026-03-02

Format: https://schema.org/Hardcover

Teilen mit Liebe

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert