LITL806 [Buchrezension]„Verlorene Engel“ – Frank Goldammers sechster Max-Heller-Fall: Dresden 1956 zwischen Verbrechen und Systemdruck
Es handelt sich um eine Rezension zu **„Verlorene Engel“** von Frank Goldammer, dem sechsten Band der **Max-Heller-Reihe**, erschienen 2021. Der Fall spielt im Dresden des Jahres 1956, in einer angespannten gesellschaftlichen Lage der DDR.
Im Zentrum der Handlung stehen mehrere brutale Vergewaltigungen von Frauen sowie der Fund einer toten Frau an der Elbe. In der Bevölkerung wächst die Angst, und Forderungen nach Selbstjustiz werden laut. Kommissar Max Heller und sein Team ermitteln unter hohem Druck und nehmen mithilfe eines weiblichen Lockvogels einen Verdächtigen fest.
Der festgenommene, von Narben gezeichnete Mann gesteht die Vergewaltigung, bestreitet aber den Mord. Gleichzeitig geraten weitere Verdächtige in den Blick, darunter ein schwer verletzter Mann und ein aus dem Westen stammender Mann, der von der Stasi beobachtet wird. Auch die Möglichkeit desertierter sowjetischer Soldaten wird erwähnt.
Ein weiterer Handlungsstrang betrifft Hellers Adoptivtochter Annie, die erfährt, dass sie nicht seine leibliche Tochter ist. Außerdem wird beschrieben, wie sich die Stimmung in Dresden verändert und wie stark die politischen Verhältnisse des Landes in die Geschichte hineinwirken.
Die Rezension hebt hervor, dass auch Themen wie Abtreibung, die Arbeit einer ehrgeizigen Frau mit Polizeiambitionen und Hellers eigene Selbstzweifel eine wichtige Rolle spielen. Der Fall wird als vielschichtig, gut konstruiert und mit mehreren Wendungen beschrieben.
Zugleich betont die Besprechung, dass die Reihe historische Hintergründe wie den Ungarnaufstand, die Lage der sowjetischen Soldaten und die Überwachung durch die Stasi einbindet. Dadurch werde die DDR greifbar und in ihren Belastungen sichtbar.