LITL817 [Buchrezension] Rassismus, Sprache und Geschichte: Eine Buchbesprechung zu „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?“
In dieser Rezension wird das Buch „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?“ von Asfa Wossen-Asserate vorgestellt. Thema sind Rassismus, Fremdheitsängste, Political Correctness und die Frage, wie ein gutes Zusammenleben gelingen kann. Der Autor betont dabei die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen, und beschreibt Integration als einen Prozess, der auch Zumutungen einschließt.
Die Sprecherin schildert anschließend ihren persönlichen Zugang zu dem Buch. Ausgelöst durch ein Interview und durch Erfahrungen in einem kommunalen Projekt zum Miteinander und Voneinanderlernen kam sie dazu, das Buch zu lesen. Dabei hebt sie hervor, dass sie durch Begegnungen mit Menschen afrikanischer Herkunft zum Weiterlesen motiviert wurde.
Besonders ausführlich beschreibt sie die fünf Kapitel des Buches. Das erste Kapitel über „Schwarz und Schön“ habe sie stark angesprochen, unter anderem wegen der schwarzen Madonna und schwarzer Heiliger. Im zweiten Kapitel gehe es um Begriffe wie „Mohr“ und „Neger“ sowie um deren historische und sprachliche Entwicklung.
Die Rezension betont außerdem den anspruchsvollen Sprachstil des Autors. Sein Schreiben werde als sehr gebildet beschrieben, mit Anspielungen auf Hegel und Kant und mit einer Sprache, die sich an historischen Ausdrucksweisen orientiere. Gleichzeitig vermittle das Buch Wissen über Kolonialzeit, europäisches Verhalten in Afrika und frühere Formen von Unterdrückung.
Zum Schluss richtet sich der Blick auf den Umgang mit Sprache, Umbenennungen und gesellschaftlichem Miteinander. Der Sprecher plädiert dafür, Geschichte nicht zu verdrängen, miteinander ins Gespräch zu kommen und Vorurteile abzubauen. Sie verbindet dies mit eigenen Eindrücken aus Begegnungen und betont, dass Respekt gegenüber jedem Menschen im Mittelpunkt stehen sollte.