Annette Betz Verlag

Annette Betz Verlag

Manche Verlage muss man einfach mögen. Der Annette Betz Verlag gehört für mich dazu – ein Haus, das sich seit über sechs Jahrzehnten einer einzigen Aufgabe verschrieben hat: dem guten Bilderbuch. Nichts anderes. Und genau diese Konsequenz hört man dem Programm an, sobald man eines der Bücher aufschlägt.

Eine kurze Geschichte des Verlags

Gegründet wurde der Verlag 1962 in München, von dem Verlegerehepaar Anton und Anna Betz. Der Name „Annette Betz“ ist dabei eine Reverenz gleich doppelt: an Anna Betz selbst und an die von ihr verehrte Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. Als literarischer Berater wirkte damals übrigens niemand Geringeres mit als James Krüss. 1966 übernahm Thomas F. Salzer den Verlag und führte ihn gemeinsam mit dem Verlag Carl Ueberreuter weiter – seit 2012 sitzt der Verlag in Berlin, seit 2014 gehört er zur G&G Verlagsgesellschaft in Wien und damit zur Glöckler Verlagsgruppe, die mit G&G den größten Kinderbuchverlag Österreichs und mit Ueberreuter den größten Kinder- und Jugendbuchverlag Berlins unter einem Dach vereint.

Das Programm

Rund 40 Neuerscheinungen erscheinen jedes Jahr: hochwertig illustrierte und sorgfältig ausgestattete Bilderbücher zum Vorlesen und Betrachten, die Kinder vom Kindergarten bis in die Grundschule begleiten. Herzstück des Hauses sind die Musikalischen Bilderbücher, die es seit 1991 gibt – mit beigelegter CD, später auch als Hörbuch, und seit einiger Zeit sogar mit einer eigenen App zum Streamen. Seit 1999 arbeitet der Verlag dabei unter anderem mit Marko Simsa zusammen. Auch die bekannte Kindermusical-Reihe „Ritter Rost“ hat hier seit 2019 ihre Verlagsheimat.

Dazu kommen Titel, die gesellschaftliche Themen behutsam in Bilderbuchform bringen – Adoption, Behinderung, Alzheimer –, mehrfach ausgezeichnet und längst Standard in Kindergärten und Bibliotheken. Und Klassiker, die seit Generationen im Programm bleiben: Susan Varleys „Leb wohl, lieber Dachs“, Marlene Reidels „Kasimirs Weltreise“, das von der New York Times zu den zehn besten Kinderbüchern gezählt wurde, oder Heinz Janischs und Silke Lefflers „Ich hab ein kleines Problem, sagte der Bär“, übersetzt in zehn Sprachen. Im Autoren- und Illustrationsprogramm finden sich neben Janisch Namen wie Britta Teckentrup, Katharina Grossmann-Hensel, Brigitte Weninger oder Marko Simsa – und mit den Mumins von Tove Jansson auch ein Klassiker der Weltliteratur.

Kurz gefasst

  • Gegründet: 1962 in München, von Anton und Anna Betz
  • Name: Reverenz an Anna Betz und Annette von Droste-Hülshoff
  • Heute: Imprint der Ueberreuter Verlag GmbH, Berlin; Teil der Glöckler Verlagsgruppe (Wien und Berlin), Verlagsleiter Georg Glöckler
  • Programm: Bilderbücher, Musikalische Bilderbücher (mit CD und App), Kindermusicals, Sachbilderbücher; rund 40 Neuerscheinungen pro Jahr
  • Bekannte Reihen und Autoren: Musikalische Bilderbücher, „Ritter Rost“, Marko Simsa, Heinz Janisch, Britta Teckentrup, Katharina Grossmann-Hensel, Mumins von Tove Jansson
  • Verlagssitz: Ritterstraße 3, 10969 Berlin

Hier findet ihr alle meine Rezensionen von Büchern aus dem Annette Betz Verlag – und ich bin sicher, es werden noch mehr. Gerne mehr davon.