Talmäander

Kreuzberg ist nicht nur ein Stadtteil Berlins, sondern auch ein Ort an der Ahr. Von hier stammt die junge Journalistin Lena Frings, hierher kehrt sie für ihr Buch zurück. In das Tal im Schiefergebirge, das sich vor 300 Millionen Jahren aufgefaltet hat. In das wechselnde Licht und die Schatten der Landschaft eines Talmäanders. An den Fuß der Weinberge. Wo die Menschen noch vor kurzem von einer Flut grausam überrascht wurden. Obwohl die Landschaft schon viele Fluten gesehen hatte.

Nach Bäume kommt nun Talmäander in meinen Blog. Ich hatte echt Angst, da ja mein Lieblingsthema Bäume mich nicht so wirklich abgeholt hatte. Daher habe ich dieses Buch sehr skeptisch betrachtet. Mit dem Thema Talmäander verband ich nun nicht wirklich etwas. Somit fing ich einfach an zu lesen. Ich wollte nur mal anlesen. Das war gestern und heute ist das Buch beendet.

Es war anders als erwartet. Während ich mich durch das Essay über Bäume über Tage, um nicht zu sagen Wochen, durchgearbeitet habe, war es diesmal anders. Man startet im Ahrtal und man bleibt auch dort. Man lernt das Kindheitstal der Autorin kennen, durch das sie gestreift ist. Es wird die Geschichte der Ahr und den Mäandern erklärt.

Aber auch über den Weinbau wird einiges erläutert. Man lernt vieles über die Tiere in diesem Tal, aber auch über Flechten und die Schieferformationen im Ahrtal. Natürlich wird auch die Flut thematisiert, und dass danach alles nicht mehr so war wie vorher.

Sie erklärt, warum die Flut so hoch war, was das Ganze für folgen hat und wie man damit umgegangen ist und noch immer umgeht. Da ist zum Beispiel die Pizzeria, die auf einem Parkplatz notdürftig wieder aufgemacht wird. Lisa Frings zeigt auf, wie die Wechselwirkungen zwischen Wald und Fluss funktionieren. Sie erklärt die Geschichte dieses Tals und was alles Mensch gemacht ist und wie die Natur darauf regiert.

Es ist so vieles, was gemacht wird und was gemacht wurde. Die Mäander im Ahrtal ändern sich ständig, nicht nur wegen der Flut, sondern weil dies einfach die Natur ist.

Mir wurde immer klarer, dass sie dieses Tal, auch wenn sie es verlassen hat und woanders hingezogen ist, trotzdem liebt. Sie liebt diese Geschichten, die Kleinigkeiten. Ihr fallen Dinge auf, die einem nur dann auffallen, wenn man eine Gegend wirklich von ganzem Herzen liebt.

Dies ergänzen die Bilder vom Ahrtal früher und heute vortrefflich. Es gibt so viele Themen, die immer wieder aufkommen und es hat eine Sprache, die mir sehr zusagt.

Ich kann es nicht genau benennen, warum mich dieses Buch, obwohl ich von dem Thema nicht viel wusste, vollkommen in seinen Bann gezogen hat. Es war so diese Mischung aus eigener Geschichte. die mit dem Ahrtal und den Mäandern verbunden war, und dem herausarbeiten, warum Mäander so wichtig sind und wie sie entstehen. Da sind Tiere wie der Uhu, die Mauereidechse oder Flussneuaugen, die man erklärt bekommt. Es ist einfach schön und ich habe mich bei diesem Essay gefragt, warum es nur so kurz ist?

Druck und Einband sind von einer Topqualität und wenn man dies miteinbezieht ist der Preis des Buches mehr als gerechtfertigt. Wenn sie also etwas über das Ahrtal und Mäander im Besonderen lernen möchten, dann kann ich ihnen dieses Buch sehr ans Herz legen und von dieser Autorin würde ich gerne noch das ein oder andere Essay lesen!

Talmäander

Titel: Talmäander – European Essays on Nature and Landscape

Autorin: Frings, Lena
ISBN: 978-3-96194-220-6
Verlag: KJM Verlag
Preis: 20,00 €
Erscheinungsdatum: 16. Oktober 2023

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