[Rezension] Damals in der Rosenstraße – Anja Tuckermann & Annabelle von Sperber Ein Kindersachbuch über Mut, Menschlichkeit und Erinnerung
Ein Kindersachbuch über Mut, Menschlichkeit und Erinnerung
Klappentext:
Als Frauen und Kinder sich gegen die Nazi-Diktatur stellten | Kinderbuch, das den Holocaust für Kinder erklärt. Mit beeindruckenden Illustrationen.
Kindersachbuch über Widerstand gegen die Nazi-Diktatur – ausdrucksstark illustrierte Geschichte für Kinder ab 10.
Die Rosenstraße in Berlin: Hier wurde Geschichte geschrieben, als 1943 der einzige friedliche und öffentliche Widerstand gegen die Nazi-Diktatur stattfand. Hunderte Frauen demonstrierten tagelang für die Freilassung ihrer jüdischen Männer, zusammen mit den gemeinsamen Kindern – und hatten am Ende mit ihrem Straßenprotest tatsächlich Erfolg.
Anja Tuckermann erzählt in diesem Kindersachbuch für Leser*innen ab 10 und Erwachsene eindrucksvoll die Geschichte der kleinen Doris, deren Vater von den Nazis verschleppt wird, und dem Bangen der ganzen Familie, ob sie den Vater wiedersehen werden. Sie erzählt von Doris‘ Mutter, die zusammen mit vielen anderen Frauen mutig gegen die Inhaftierung protestiert – unter Einsatz ihres Lebens. Mit vielen erklärenden Sachtexten und kunstvoll illustriert von Annabelle von Sperber.
Besonderes Thema: bei diesem friedlichen Protest demonstrierten Kinder mit ihren Müttern!
Verbindet Sachinformation mit einer fiktiven, spannenden Geschichte
Fundiert recherchierte Texte und Bilder
Regt zum Gespräch über den Nationalsozialismus an und vermittelt ein Hoffnung stiftendes Beispiel für Widerstand
Rezension:
Da fährt man nach Frankfurt und hat eigentlich etwas ganz anders vor, aber dann besucht man doch eine Buchhandlung und zwar die eigentümergeführte Buchhandlung Vielseitig. Und wie dies bei kleinen Buchhandlungen so ist, ich kann nicht reingehen und ohne Buch rausgehen.
In diesem Fall bin ich über „Damals in der Rosenstraße“ von Anja Tuckermann mit den Illustrationen von Annabelle von Sperber gestolpert. Wer mich kennt, weiß das ich bei Büchern über den Nationalsozialismus nicht vorbeigehen kann. Wenn es dann auch noch als Bilderbuch daherkommt, dann hat man schon mal meine volle Aufmerksamkeit. Kann so etwas eigentlich als Bilderbuch funktionieren?
Ich habe gestartet mit dem Buch und dachte nach 2 Kapiteln: „Hui, das nimmt einen ja richtig mit. Wenn man dies mehr oder weniger aus der Sicht von zwei jüdischen Kindern liest, dann wird es anstrengend.“
Die Autorin beschreibt eindrucksvoll, wie das so war mit dem Essen und dem zur Schule gehen, mit den Repressalien von der HJ auf dem Weg zur Schule, und dass man als Kind nur in der Schule frei spielen konnte. Man bekommt da echt einen Kloß in den Hals. Es kommt so schlicht rüber und gerade das macht es so fordernd.
Wenn ich mir dann vorstelle, wie der Vater aus einer gemischten Ehe abgeholt wurde und keiner wusste, wo er ist. Das wird schwierig. Es hat mich aber erstaunt, dass sich schnell herumgesprochen hat, wo die Juden hingebracht wurden, und dass sich dort dann die Reste der Familien versammelt hatten.
Es ist unwahrscheinlich schwierig, die Ereignisse zu verdauen. Immer wieder stellt man sich die Frage, wie würde ich reagieren. Wie schwierig muss dies für die Frauen, Kinder, Männer gewesen sein, die in diesem einen Gebäude ihre Angehörigen wussten, aber nicht mit ihnen in Kontakt treten konnten.
Wie ist es, wenn da die SS vorbeikommt und die Gewehre auf einen richtet? Dies sind alles Fragen, die man so nicht beantworten kann, aber sie machen einem Angst.
Gerade in der heutigen Zeit, wenn man immer wieder Parolen hört „Ausländer raus“ und wo der Antisemitismus immer weiter um sich greift, da sollte man sich fragen, was verliere ich dann eigentlich? Wie ist es mit meinen Freunden, wie ist es mit Menschen, die man einfach mag, weil es nette Menschen sind, die aber einen anderen Glauben haben oder eine andere Hautfarbe? In der Zeit des Nationalsozialismus wurde alle Juden und Andersdenkende aussortiert. Will das auch heute wieder erleben?
Dies sind Gedanken, die mir während des Lesens gekommen sind. Genauso die Frage, will ich das bestimmte Buchhandlungen nicht mehr existieren, nur weil sie anders denken? Muss ich immer überall die gleichen Verlage, Bücher, Filme oder Musik hören oder lesen? Möchte ich dies? Dies sind Fragen, die man sich stellen muss, denn es wird momentan immer wieder versucht. Ich möchte in Buchhandlungen gehen und Bücher wie „Damals in der Rosenstraße“ von Anja Tuckermann mit Bildern von Annabelle von Sperber kaufen können. Ich will etwas fühlen beim Lesen der Bücher. Ob ich dieses Buch nun für Kinder ab 10 empfehlen würde, schwierig. Das muss man einfach selbst entscheiden. Mich hat es aufgewühlt aber ich fand es toll und ich hoffe sehr, dass es viele Leser findet und dies egal in welcher Altersklasse. Fühlt dieses Buch, diese Bilder und wie wichtig Widerstand ist für jeden Menschen.
Titel: Damals in der Rosenstraße
Autor/In: Tuckermann, Anja
Illustrator/in: Sperber von, Annabelle
Altersempfehlung: ab 10 Jahre
ISBN: 978-3-7373-7354-8
Verlag: Fischer Sauerländer
Preis: 20,00 €
Erscheinungsdatum: 26. Januar 2026
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Ein Kindersachbuch über Mut, Menschlichkeit und Erinnerung
In diesem Fall bin ich über „Damals in der Rosenstraße“ von Anja Tuckermann mit den Illustrationen von Annabelle von Sperber gestolpert. Wer mich kennt, weiß das ich bei Büchern über den Nationalsozialismus nicht vorbeigehen kann. Wenn es dann auch noch als Bilderbuch daherkommt, dann hat man schon mal meine volle Aufmerksamkeit. Kann so etwas eigentlich als Bilderbuch funktionieren?
URL: https://literaturlounge.eu/?p=33135
Autor: LiteraturLounge
Name: Damals in der Rosenstraße
Autor: Markus
ISBN: 978-3-7373-7354-8
Veröffentlichungsdatum: 2026-01-26
Format: https://schema.org/Hardcover