[Rezension] Strandopfer – Frank Goldammer Ermittlungen zwischen Grenzen, Misstrauen und Menschenabgründen
Ermittlungen zwischen Grenzen, Misstrauen und Menschenabgründen
Klappentext:
Ein Toter im Sand, ein rätselhafter Bernstein in seinem Mund. Und ein deutsch-polnisches Ermittlerduo, das fest entschlossen ist, den Fall zu lösen: Der hochspannende Kriminalroman von SPIEGEL-Bestsellerautor Frank Goldammer. Die Ermittlerin Lena Schuldt wird an die Ostseeküste beordert – ein deutscher Tourist liegt tot am Strand bei Swinemünde. Vermutet wird ein Badeunfall, doch im Mund des Toten steckt ein großer Bernstein. Kurz darauf wird die zehnjährige Luisa als vermisst gemeldet, die Tochter einer Freundin des Toten. Gemeinsam mit dem polnischen Kommissar Adam Krawczyk befragt sie die Freunde und Angehörigen, die in einer Villa Urlaub machen. Jeder von ihnen scheint etwas zu verbergen. Als eine weitere Leiche auftaucht – wieder mit Bernstein im Rachen – beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Ein Grenzfall der besonderen Art: Frank Goldammer verbindet düstere Atmosphäre mit packender Spannung.
Rezension:
So nun mal schnell auch in Gedanken weg von der Ostsee hin an den Schreibtisch.
Eine neue Reihe von Frank Goldammer. Da bin ich immer gerne dabei. Und dann auch noch an die Ostsee? Warum nicht?! Diesmal schlüpft Goldammer in eine Ermittlerin und die Entfernung von Dresden nach Misdroy in Polen ist auch über 400 Kilometer, also verlässt er hiermit auch sein vertrautes Umfeld.
Wobei ich glaube, es reizt ihn, uns in eine andere Gegend zu entführen und ich denke, er kennt sich dort schon aus zumindest meine ich es zu erspüren. Es wird also in Misdroy ein Toter gefunden, genauer gesagt Joachim Hundt. Da dies ein Freund von Michael Lehmann, einem Geheimnisträger im deutschen Innenministerium, ist, der gemeinsam mit ihm Urlaub macht, wird Lena Schuldt zur Unterstützung und zur Vermittlung zur polnischen Polizei abgestellt.
Sie kommt aus dieser Gegend, hat aber auch einiges an Vorurteilen gegenüber den Polen. Lena kann auch kein Polnisch, da sie der Meinung war wie so viele, warum sollte ich Polnisch lernen, die Polen können doch auch Deutsch lernen.
Auf jeden Fall findet sie mit Adam Krawczyk einen Kollegen, der perfekt Deutsch spricht, aber auch gegenüber Lena einige Vorbehalte hat und so starten sie etwas holprig in ihre Partnerschaft. Immer wieder hat jeder seine Vorbehalte dem anderen gegenüber.
Man liest immer wieder was Lena so denkt. Es geht darum, wird der Tote richtig untersucht, wird mein Auto geklaut, ist das überhaupt richtiges Essen, was mir Person XY vorsetzt? Lena stört die Unterbringung in der Polizeiunterkunft und so manch anderes. Ich war nahe dran, sie kurz anzubrüllen.
Als sie dann bei einer Frau unterkommt, mitten in einem heruntergekommenen Dorf in einer für uns heruntergekommenen Hütte, die sie an früher erinnert, wird es immer klarer, dass Lena selbst aus sehr ärmlichen Verhältnissen kommt.
Als dann auch noch herauskommt, dass Luisa, eine 10jährige verwöhnte Tochter entführt wurde, und man bei Joachim Hundt Bernstein im Hals findet, wird es wirklich sehr verwunderlich. Wer steckt jemandem einen Bernstein in den Hals?
Dass die Clique, die Urlaub auf einem Hof macht, etwas verheimlicht, ist nicht zu übersehen. Irgendwie hat man immer wieder das Gefühl, dass diese Clique denkt, sie sei etwas Besseres.
Dass es ein Auf und Ab gibt, wo man sich immer wieder in verschiedenen Gedankengängen wiederfindet, ist typisch Frank Goldammer. Ich hinterfragte alles und jeden. Er spielt mit den Vorurteilen und zeigt, wie tief diese in uns allen verwurzelt sind. Er zeigt auch auf, wie man bei einer Alkoholsucht endet. Man sieht aber auch, dass es immer wieder Veränderungen geben kann, und dass man sich auch selbst aus dem Sumpf ziehen kann.
Dazu noch das Thema, dass man sich auch seiner Vergangenheit stellen muss, denn sonst wird man irgendwann getriggert und es überfällt einen, wenn man es am wenigsten erwartet.
Für mich war es ein guter Start an der Ostsee, mit viel Sonnenschein und drückender Hitze sowie spannenden Charakteren, die man sicherlich noch das ein oder andere Mal lesen möchte. Gerade auf den ersten Seiten hätte ich gerne mal Lena angebrüllt. Wobei auch Adam vielleicht mal über die Brücke gehen und die Hand nehmen sollte, die Lena ihm reicht, wenn sie sich öffnet.
Dass es dabei zum Schluss richtig abgefahren wird und man die letzten, ich sag mal, 150 Seiten einfach so Wegsuchten möchte, ist etwas, was ich von Frank Goldammer schon kenne. Gut und Böse liegen wie immer sehr dicht beieinander, so wie es nach Regentagen auch irgendwann wieder Sonne gibt, genauso wie umgekehrt. Also holt euch euer Strandopfer und seht mal wieder in die tiefen Abgründe des Menschen zusammen mit dem Autor.
Titel: Strandopfer
Autor: Goldammer, Frank
Band: 1
ISBN: 978-3-499-01917-3
Verlag: Rowohlt
Preis: 16,00 €
Erscheinungsdatum: 15. Mai 2026
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Ermittlungen zwischen Grenzen, Misstrauen und Menschenabgründen
Dass es dabei zum Schluss richtig abgefahren wird und man die letzten, ich sag mal, 150 Seiten einfach so Wegsuchten möchte, ist etwas, was ich von Frank Goldammer schon kenne. Gut und Böse liegen wie immer sehr dicht beieinander, so wie es nach Regentagen auch irgendwann wieder Sonne gibt, genauso wie umgekehrt. Also holt euch euer Strandopfer und seht mal wieder in die tiefen Abgründe des Menschen zusammen mit dem Autor.
URL: https://literaturlounge.eu/?p=33101
Autor: LiteraturLounge
Name: Strandopfer
Autor: Frank Goldammer
ISBN: 978-3-499-01917-3
Veröffentlichungsdatum: 2026-05-15
Format: https://schema.org/Paperback