[Rezension] Toxibaby – Dana von Suffrin Warum die schlimmste Liebe manchmal die ehrlichste ist
Warum die schlimmste Liebe manchmal die ehrlichste ist
Klappentext:
Der schlimmste Liebesroman, den man sich vorstellen kann
»Toxibaby« ist ein schonungsloser, zugleich zärtlicher Roman über die Suche nach Liebe, die uns heilt – und die uns zerstören kann. Dana von Suffrin erzählt von einer Beziehung, die alles will: Rettung, Erkenntnis, Erlösung. Mit scharfem Witz und großer erzählerischer Kraft seziert sie die Beziehungsunfähigkeit einer ganzen Generation. Herzchen liebt Toxibaby und Toxibaby liebt Herzchen, die zwei ziehen sofort zusammen und adoptieren einen Hund – und trotzdem funktioniert überhaupt nichts. Herzchen ist die gefeierte Millennial-Schriftstellerin, die alles hat, noch mehr will, und doch unglücklich ist, Toxibaby ist Anfang vierzig und meint, die Last der gesamten Welt auf seinen Schultern zu tragen. Doch für Herzchen ist er der Mann, der ihr alles bedeutet und der ihr alles nimmt. Er ist schön, brillant, wütend auf die Welt – und auf sie. Was als rauschhafte Liebe beginnt, wird zu einem Kampf um Nähe und Selbstbehauptung, ein Spiel aus Hingabe, Abhängigkeit und intellektuellem Kräftemessen.
Rezension:
Manchmal stolpert man über Bücher, die man sicher nicht auf dem Schirm hat. Und manchmal ist der Auslöser ganz speziell. Dass unser Kulturstaatsminister politisch linksgerichtete Buchhandlungen aus Göttingen, Bremen und Berlin vom Deutschen Buchhandlungspreis ausgeschlossen hat, hat mich dazu gebracht, im Urlaub nach Göttingen in die Buchhandlung „Roter Buchladen“ zu fahren. Ich wollte mir mein eigenes Bild machen. Meine Feststellung danach war, ja es ist eine Buchhandlung, die Inhaber geführt ist und Bücher hat, die einen gewissen Anspruch haben. Halt nicht einfach nur Main Stream.
Wie das so ist, wenn man mit Büchermenschen ins Gespräch kommt, egal ob Buchhändler oder Kunde, es geht immer so aus, dass man ein Buch in die Hand nimmt, welches man vorher nie gesehen hat und es übt eine ganz spezielle Anziehungskraft aus. Es will gelesen werden. Das Buch will sich mitteilen.
So wurde also das Buch „Toxibaby“ mitgenommen. Es ist eine spezielle Liebesgeschichte. Herzchen, eine erfolgreiche Schriftstellerin, führt mit Toxibaby, einem Sozialarbeiter mit stark linkem Gedankengut, der sich jedoch eher als Lebemann präsentiert, eine on/off Beziehung.
Es ist spannend, wie die beiden ihre Beziehung führen. Ich habe ja so meine Schwierigkeiten mit on/off Beziehungen, aber was ich mag ist, wenn man sich gegenseitig fordert und damit meine ich auch intellektuell. Zwischen Toxibaby und Herzchen ist es immer wieder wie in einem Kampf. Da ist Herzchen, die finanziell besser dasteht, auch einen recht hohen Vorschuss vom Verlag bekommt, aber nur dann, wenn sie ihre jüdische Familiengeschichte verarbeitet. Ich weiß wirklich nicht, ob es immer so toll für die Autorin ist, dass zu schreiben was der Verlag will. Dazu ist sie auch angepasster. Ihre Familie ist schwierig, da ist ihre komplizierte Schwester, das angespannte Verhältnis von ihr zu ihrer Mutter und die Vorwürfe, dass sie sich mitschuldig fühlt am Tod ihres Vaters.
Es war echt schwierig für mich das auszuhalten, da es mich an meine Mutter erinnert hat, die auch nicht mehr sprechen konnte und mit Morphium ruhiggestellt wurde. Bei Herzchen war es die Mutter, die sie und ihre Geschwister vollkommen vernachlässigt hat. Ihr Bruder hat sich komplett von der Familie losgesagt und das merkt man alles auch Herzchen an.
Mit Toxibaby habe ich echt ein Problem. Nein er ist nicht primär egoistisch, aber er unterstützt seine Partnerin nicht so, wie ich es gerne sehen würde. Dennoch merkt man zwischen den Zeilen, wie sehr er sein Herzchen liebt, aber es nicht so zeigen kann.
Es sind immer wieder diese Kleinigkeiten, wie die beiden miteinander umgehen. Ja, ich habe mit Toxibaby ein wenig Probleme, da er eine toxische Umgebung fördert. Dieses ganze Miteinander ist schwierig, da toxisch und ja, ich kann verstehen, dass der Klappentext mit „Der schlimmste Liebesroman“ anfängt und ja es ist schlimm, aber Dana von Suffrin beschreibt die Liebe so wie sie nun mal ist. Sie ist nicht einfach, sie hat ihre Höhen und Tiefen. Sie kann auch mal richtig toxisch sein und auch Humor enthalten, denn es gibt zwischen drin immer wieder Situationen, die einen zum Schmunzeln bringt.
Dazu verwendet die Autorin eine Sprache, die einen immer wieder fordert und die mich aber auch in den Bann zieht. Das ist es, was diesen Roman ausmacht, diese Dynamiken in der Beziehung, egal ob Familie, Freundschaft oder in der Liebe. „Toxibaby“ lässt einen nicht los. Genauso wie Herzchen nicht von ihm loskommt, kam ich nicht los von der Sprache von Dana von Suffrin. Es hat mir aufgezeigt wie es Beziehungen in der heutigen Zeit funktionieren oder nun mal nicht.
Titel: Toxibaby
Autor: von Suffrin, Dana
ISBN: 978-3-462-00979-8
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Preis: 23,00€
Erscheinungsdatum: 12. März 2026
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Warum die schlimmste Liebe manchmal die ehrlichste ist
Wie das so ist, wenn man mit Büchermenschen ins Gespräch kommt, egal ob Buchhändler oder Kunde, es geht immer so aus, dass man ein Buch in die Hand nimmt, welches man vorher nie gesehen hat und es übt eine ganz spezielle Anziehungskraft aus. Es will gelesen werden. Das Buch will sich mitteilen.So wurde also das Buch „Toxibaby“ mitgenommen. Es ist eine spezielle Liebesgeschichte. Herzchen, eine erfolgreiche Schriftstellerin, führt mit Toxibaby, einem Sozialarbeiter mit stark linkem Gedankengut, der sich jedoch eher als Lebemann präsentiert, eine on/off Beziehung.
URL: https://literaturlounge.eu/?p=33375
Autor: Literaturlounge
Name: Toxibaby
Autor: Dana von Suffrin
ISBN: 978-3-462-00979-8
Veröffentlichungsdatum: 2026-03-12
Format: https://schema.org/Hardcover