dtv Verlag / Reihe Hanser

  • LITL811 [Buchrezension] „Schluss mit der Meinungsfreiheit?“ – Ein Buch, das unsere Haltung prüft

    In dieser Folge besprechen wir Florian Schröders Buch *Schluss mit der Meinungsfreiheit*. Wir gehen dabei auf den Klappentext und die Grundidee ein: Debatten, Meinungsfreiheit, politische Korrektheit und die Frage, wie wir miteinander streiten. Wir schildern auch unsere anfängliche Skepsis gegenüber dem Autor und erzählen, dass uns das Buch erst nach längerem Zögern erreicht hat. Dabei…

  • LITL806 [Buchrezension]„Verlorene Engel“ – Frank Goldammers sechster Max-Heller-Fall: Dresden 1956 zwischen Verbrechen und Systemdruck

    Es handelt sich um eine Rezension zu **„Verlorene Engel“** von Frank Goldammer, dem sechsten Band der **Max-Heller-Reihe**, erschienen 2021. Der Fall spielt im Dresden des Jahres 1956, in einer angespannten gesellschaftlichen Lage der DDR. Im Zentrum der Handlung stehen mehrere brutale Vergewaltigungen von Frauen sowie der Fund einer toten Frau an der Elbe. In der…

  • LITL797 [Buchrezension] Jackie Marrone und die drei kleinen Schweinchen – Fantasievolles Kinderbuch von Franziska Biermann

    In dieser Episode sprechen wir über das Kinderbuch „Jackie Marrone rettet die drei kleinen Schweinchen“ von Franziska Biermann, dem zweiten Band der Jackie Marrone Reihe. Ich stelle das Buch vor und bespreche den Klappentext, der den pfiffigen Fuchs und Privatdetektiv Jackie Marrone in den Mittelpunkt stellt. Jackie hat eine außergewöhnliche Spürnase für knifflige Fälle und…

  • LITL794 [Buchrenzension] Ein Buch, das Geschichte lebendig macht: Michael Wolffsohns ‚Wir waren Glückskinder

    In dieser Episode sprechen wir mit Michael Wolffsohn über sein Buch „Wir waren Glückskinder, trotz allem“, das eine gefühlvolle und lehrreiche Familiengeschichte erzählt, die durch die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts geprägt ist. Wolffsohn beschreibt die Flucht seiner Mutter, Thea Saalheimer, im Jahr 1939 vor dem Naziterror nach Tel Aviv und dokumentiert ihren späteren Neuanfang in Israel. Er gibt einen tiefen Einblick in die Gefühlswelt seiner Familie während der nationalsozialistischen Zeit und beleuchtet die komplexen Fragen der Identität und der Rückkehr nach Deutschland.

    Wir diskutieren, wie die Saalheimers und Wolffsohns das Leben in einer für sie feindlichen Welt navigierten. Theas Kindheit in Bamberg wird lebendig, wenn Michael die starken familiären Bindungen und ihre kulturellen Wurzeln beschreibt. Die Darstellung der beiden Großeltern, Justus und Gretel, zeigt, wie Warmherzigkeit und Strenge im Familienleben koexistieren. In seinen Erzählungen wird das jüdische Leben mit den Einflüssen ihrer katholischen Nachbarn verwoben, was die Herausforderungen und die Ambivalenz ihrer Identität widerspiegelt.

    Ein zentraler Punkt der Diskussion ist die Analyse von Theas Schulzeit und den Restriktionen, die sich auf jüdische Jugendliche auswirkten, als sie gezwungen waren, jüdische Schulen zu besuchen. Michael spricht auch die traumatischen Erfahrungen during der Reichskristallnacht an und vermittelt eindrucksvoll, wie diese Ereignisse die Flucht seiner Familie nach Britisch-Palästina initiierten. Hierbei bietet er Perspektiven auf die Konflikte innerhalb der Region und die Herausforderungen, die die deutschen Juden in einem neuen, unbekannten Land erlebten.

    Darüber hinaus beleuchtet Wolffsohn die Unterschiede zwischen den Familien Saalheimer und Wolffsohn, unter anderem den Wohlstand der Wolffsohns, die als Familie mit Besitz und Einfluss in der deutschen Gesellschaft lebten. Die Gespräche reichen von der Abnahme aller Besitztümer bis hin zur Schilderung des Lebens unter britischer Herrschaft in Palästina, während die Spannungen zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen in der Region stetig anstiegen.

    Wolffsohn nutzt einen zugänglichen, empathischen Schreibstil, der besonders für Jugendliche ansprechend ist. Er vermittelt historische Fakten und persönliche Geschichten gleichermaßen auf eine Weise, die Wissen fördert und Verständnis schafft. Während wir das Buch und seine Inhalte detailliert erkunden, erkennen wir auch die Relevanz dieser Geschichte für die heutige Zeit und die Notwendigkeit, die vielfältigen Geschichten des jüdischen Lebens zu verstehen und zu würdigen.

    Abschließend hebt Michael hervor, wie wichtig es ist, Brücken zwischen verschiedenen Glaubensgemeinschaften zu bauen und Vorurteile abzubauen. Seine Einladung, den jüdischen Glauben und die Kultur besser kennenzulernen, endigt in der Überzeugung, dass dies zu einer gerechteren und empathischeren Gesellschaft führen kann. „Wir waren Glückskinder trotz allem“ ist nicht nur eine Erzählung über leidenschaftliche Erinnerungen, sondern auch ein Aufruf zur Reflexion über die deutsche Geschichte und die Lehren, die wir daraus ziehen sollten.